Südwestmetall-Chef Wolf fordert flexiblere Arbeits- und Ruhezeiten.


In einem Interview mit dem Schwäbischen Tagblatt (vom 19.04.) fordert Stefan Wolf, Chef des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, die Aufhebung von Arbeitszeitregelungen. Aus Sicht der Unternehmer in der Chemie- und Metallindustrie sei eine Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf zehn Stunden und eine Mindesterholungszeit von elf Stunden zwischen zwei Schichten nicht mehr zeitgemäß. Außerdem fordert er die Abschaffung von Wochenend- und Überstundenzuschlägen.

Im Interview wünscht sich Wolf, „dass unsere Mitarbeiter mal länger arbeiten, wenn es notwendig ist. Um dann beispielsweise innerhalb einer Woche oder später – vielleicht auch über Jahre hinweg – einen entsprechenden Zeitausgleich zu bekommen. In der Summe wird nicht mehr gearbeitet, aber mehr nach tatsächlichem Bedarf“. Ziel dürfte es sein, in Zeiten florierender Geschäfte keine zusätzlichen Arbeitskräfte einstellen zu müssen. Dagegen könnte in Krisenzeiten auf Entlassungen und ggf. den Widerstand der Belegschaft „verzichtet“ werden, da diese ihre über Monate oder sogar Jahre gefüllten Zeitkonten „abfeiern“ würden.

Offenbar sind die gerade in Frankreich gegen massive Proteste der Gewerkschaften und der Bevölkerung durchgesetzten Arbeitszeitreformen Vorbild für die Vorstellungen der baden-württembergischen Unternehmer. Auch dort wurde eine versteckte Arbeitszeitverlängerung unter dem Schlagwort „Flexibilisierung“ eingeführt.