Hartz-IV Sanktionen sind ein Grund für soziale Isolation, Vereinsamung, ungenügende Ernährung und Krankheitsversorgung, so der wissenschaftliche Dienst des Bundestages.

In einer Auswertung und Zusammenfassung verschiedener Studien, zu den Auswirkungen von Hartz-IV Sanktionen auf die Betroffenen, hat der wissenschaftliche Dienst des Bundestages festgestellt, das diese kontraproduktiv sind und sich nicht positiv auf die Arbeitsvermittlung auswirken. Vielmehr haben die Sanktionen teils direkt negative Auswirkungen, wie etwa eine „lähmende Wirkung“. Eine „erzieherische Wirkung“ konnte dagegen nicht erwiesen werden.

Als Folgen der Sanktionen werden unter anderem Einsparungen beim Lebensmittelkauf genannt, der notwendige Verzicht auf Arztbesuche und Medikamente sowie der Verzicht auf Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel genannt. Die Reduzierung von Ausgaben führe zudem zu einer steigenden sozialen Isolation, da die Personen sich zunehmend auf ihren eigenen Wohnraum beschränkten. In Einzelfällen werden als direkte Folge der Ausbruch oder die Verstärkung von psychische Störungen und chronische Krankheiten genannt.

Nach offiziellen Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) wurden im Jahr 2015 insgesamt 980.100 Sanktionen gegenüber erwerbsfähigen Hilfebedürftigen in der Grundsicherung ausgesprochen. Die Zahl der Sanktionen sei damit das erste Mal seit 2011 wieder unter die Marke von einer Million gesunken.