Drittes Bekennerschreiben aufgetaucht. Zünder und Sprengstoff stammen aus Militärbeständen.

Auch vier Tage nach dem Anschlag mit drei Sprengsätzen auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund haben die Ermittler scheinbar keine heiße Spur zu den Tätern. Rund 100 Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA), sowie Beamte aus NRW wurden zu der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) „Pott“ zusammengezogen, um die Hintergründe und Täter des Anschlags zu ermitteln.

Wie zahlreiche Zeitungen am Samstag übereinstimmend berichteten, sollen sowohl die Zünder, als auch der benutzte Sprengstoff aus Militärbeständen stammen. „Der Sprengstoff in den Rohrbomben, die mit Metallstiften gefüllt waren, stammt eventuell aus Beständen der Bundeswehr. Aber das wird noch geprüft“, werden Beamte aus den Ermittlerkreisen von der Welt zitiert.

Nach einem islamistischen Bekennerschreiben am Tatort und einem im Internet veröffentlichten, scheinbar links motivierten Schreiben, ist nun ein drittes Bekennerschreiben mit faschistischem Hintergrund aufgetaucht, wie die Generalbundesanwaltschaft bestätigte. Alle drei Dokumente scheinen aber von der Sprache her untypisch für die jeweilige politische Richtung zu sein. Die Ermittler haben daher erhebliche Zweifel an der Echtheit der Schreiben. Täterwissen, das die Echtheit eines der Schreiben nahelegen würde, taucht in keinem der Schreiben auf.

Laut Tagesspiegel schließen die Ermittler auf Grund der Beschaffenheit der militärischen Synchronzünder und des Sprengstoffes die Beteiligung eines Nachrichtendienstes nicht aus.

Die Polizei hält offenbar weitere Anschläge für möglich. Laut Welt am Sonntag gibt es eine mit VS – nur für den Dienstgebrauch“ gestempelte Anweisung an die regionalen Polizeipräsidien, die nahelegt, dass insbesondere Fußballspiele, Rockkonzerte und Kultur-Events gefährdet seien.