Rettungsschiff muss Notruf absetzen. Dutzende Tote.

Am vergangenen Wochenende mussten mehrere tausend Flüchtlinge aus Seenot im Mittelmeer gerettet werden. Auf Grund der nicht ausreichenden Kapazitäten der Rettungsschiffe verschiedener Hilfsorganisationen mussten diese selbst Notsignale absetzen, ansonsten wären zusätzlich hunderte Flüchtlinge im Meer ertrunken.

„Wir sind komplett manövrierunfähig, weil so viele Personen an Bord sind“, sagte Pauline Schmidt, Sprecherin der Organisation „Iuventa Jugend Rettet“, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Rom. „Zusätzlich zieht schlechtes Wetter auf und circa 400 Personen, die meisten davon Frauen und Kinder, befinden sich ohne Rettungswesten auf Booten in der Nähe. Wenn keine Hilfe kommt, werden wir Leute verlieren“, sagte der Kapitän der Iuventa, Kai Kaltegärtner.

Die Hilfsorganisation „SOS Méditerranée“ berichtete, dass sie am Freitag innerhalb von sieben Stunden 500 Menschen aus Seenot gerettet habe. Weitere Schiffe der italienischen Küstenwache und von privaten Hilfsorganisationen hatten mindestens 35 Rettungsaktionen gestartet, um rund 4.000 Bootsflüchtlinge vor der libyschen Küste aufzunehmen. 15 Einsätze dauerten, nach Informationen der italienischen Küstenwache, in der Nacht zum Sonntag noch an. Trotz der zahlreichen Rettungseinsätze kam es zu Dutzenden Toten, als mehrere Boote kenterten.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Jahresbeginn bereits fast 800 Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen.