Kriminologe entkräftet Aussagekraft der polizeilichen Kriminalstatistik.

Der letzte Woche veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2016 zufolge ist die Zahl der Tatverdächtigen unter „Zuwanderern“ gestiegen. Das Verfahren zur Erhebung und die Aufschlüsselung der Daten und Inhalte der Statistik stehen seit Jahren in der Kritik von WissenschaftlerInnen. Auch der Experte Christian Pfeiffer warnt vor pauschalen Rückschlüssen aus den Ergebnissen der Studie.

Der Kriminologie kritisiert, dass insbesondere soziale, politische und gesellschaftliche Faktoren in der Studie nicht berücksichtigt würden. So ergänzt Pfeiffer die Ergebnisse der Studie durch den Fakt, dass insbesondere Geflüchtete und MigrantInnen häufiger angezeigt werden als Deutsche.

Flüchtlinge und MigrantInnen, die oft kein oder kaum Deutsch sprächen, haben laut Pfeiffer das größte Risiko, angezeigt zu werden. „Deutsche haben ein Privileg. Sie haben das niedrigste Risiko, angezeigt zu werden.“, so Pfeiffer gegenüber der Braunschweiger Zeitung. Bei den selben Delikten werden laut Pfeiffer MigrantInnen doppelt so oft angezeigt wie Deutsche. Pfeiffer wies zudem darauf hin, dass junge Männer-  völlig unabhängig von ihrer Nationalität oder Herkunft – grundsätzlich die größte Risikogruppe bei der Beschuldigung mit Gewalttaten darstellten.