Prozess in Weimar gegen Auflagen eingestellt. Verfahren in Koblenz platzt nach 5 Jahren, weil der zuständige Richter in den Ruhestand geht.

Am 1. Mai 2015 stürmten in Weimar rund 40 Faschisten die Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) und griffen teilnehmende Menschen an. Mindestens drei Personen wurden bei dem Angriff verletzt. Nun wird der Prozess gegen fünf Faschisten gegen eine Geldauflage eingestellt. Die Männer müssen zwischen 350 und 650 Euro an ein Kinderhospiz zahlen. Hinzu kommen jeweils 100 Euro Schmerzensgeld an den Nebenkläger, der bei dem Überfall durch Faustschläge verletzt wurde.

In Koblenz platzte parallel einer der größten Prozesse der vergangenen Zeit gegen Faschisten in Deutschland. Nach 337 Verhandlungstagen wird das Verfahren gegen 17 angeklagte Faschisten vorerst abgebrochen. Grund für den Abbruch ist laut der Gerichtssprecherin des Koblenzer Landgerichts das Erreichen der gesetzlich festgeschriebenen Altersgrenze des verhandelnden Richters. Wie oder ob der sich seit 2015 hinziehende Prozess weiter geführt wird, ist momentan unklar.Die Angeklagten sollen sich im „Aktionsbüro Mittelrhein“ zu einer „kriminellen Vereinigung“ zusammengeschlossen haben. Ihnen werden unter anderem Überfälle auf Linke und versuchte Brandanschläge vorgeworfen.