Der „Rojava Report“ ist ein Aufruf zur Solidarität und zur aktiven Unterstützung des revolutionären Prozesses.

Mehrere Male reisten GenossInnen des „Revolutionären Aufbau Schweiz“ in den letzten Jahren nach Rojava und trafen dort InternationalistInnen aus aller Welt, die sich dem Kampf gegen den „Islamischen Staat“ (IS) und der Verteidigung der demokratischen Selbstverwaltung angeschlossen hatten. Viele Eindrücke und Erfahrungen konnten bei diesen Reisen gewonnen werden. Herausgekommen ist ein Buch, vollgepackt mit Berichten, Interviews und eindrucksvollen Bildern. Auf 130 Seiten bekommen die LeserInnen einen authentischen Einblick in die Rojava-Revolution und den vor Ort gelebten Internationalismus.

Aus erster Hand erzählen mehrere internationale KämpferInnen über ihre Zeit an der Front, ihre Motivation, in ein fernes Land in den Krieg zu ziehen, ihre Beobachtungen und Erfahrungen. Besonders interessant ist hier die Verschiedenheit der Interviewten. So kommen Menschen mit ihrer jeweils unterschiedlichen (politischen) Biographie zu Wort. Neben Einigen, die schon jahrelang in revolutionären Organisationen ihre Herkunftsländer aktiv waren, können wir ebenso von Anderen lesen, die sich als eher unpolitisch sahen, aber die KurdInnen im Kampf gegen den IS unterstützen wollten. Manche der Interviewten sind schon mehrere Monate in ihrer Heimat zurück, andere befanden sich zum Zeitpunkt des Gesprächs noch an der Front, wodurch unterschiedliche Reflektionen zu Stande kommen. Vor allem die Stellen, an denen die InternationalistInnen über ihre Probleme vor Ort und über kritische Momente berichten, werden vielen LeserInnen Neues eröffnen.

Neben den Gesprächen mit internationalen KämpferInnen finden in dem Buch auch Interviews mit revolutionären Organisationen wie der „MLKP“ (Marxistisch Leninistische Kommunistische Partei- Türkei/Kurdistan), der „TKP/ML“ (Türkische Kommunistische Partei/Marxisten-Leninisten) und der „BÖG“ (Vereinte Freiheitskräfte) ihren Platz. Sie geben Einschätzungen zum revolutionären Prozess in Rojava und seinen Perspektiven.

Während die Interviews eindeutig das Herzstück dieses Buches bilden, werden diese anschaulich und informativ ergänzt durch beispielsweise einen zeitlichen Abriss der militärischen Geschichte Rojavas, durch Kartenmaterial oder ein Begriffsregister. Die Bildauswahl macht das Buch auch optisch ansprechend.

Auch wenn das Buch „Rojava Report“ heißt, ist es doch eher ein Bericht über den Einsatz der InternationalistInnen in Rojava, und das explizit vor allem im militärischen Bereich. Ein Blick auf die anderen Tätigkeitsfelder, in denen Menschen die Revolution unterstützen, wie etwa in Krankenhäusern oder Schulen, hätte einen umfassenderen Einblick ergeben und deren Arbeit ebenfalls gewürdigt.

Der „Rojava Report“ ist ein Aufruf zur Solidarität und zur aktiven, kämferischen Unterstützung des revolutionären Prozesses. Er ist aber ebenso eine Dokumentation zu proletarischem Internationalismus und enthält eine Sammlung von Erfahrungen, die anzueignen sich für eine radikale Bewegung lohnt.

Der „Rojava Report“ ist demnächst in gut sortierten „linken“ Infoläden für 8 Euro zu erwerben.