Kundgebung und „Lärmdemo“ gegen Repression und Polizeigewalt in Nürnberg.

Rund 100 Menschen waren dem Aufruf des Bündnisses „Widerstand Mai 31 – Solidarität ist kein Verbrechen!“ am vergangenen Mittwoch gefolgt. Das Bündnis aus linken Gruppen, Angehörigen und SchülerInnen mobilisierte für 17 Uhr und eine Demonstration vor dem Nürnberger Amtsgericht, um sich solidarisch mit den Menschen zu zeigen, die nach den Protesten gegen die versuchte Abschiebung des jungen Berufsschülers Asef am 31. Mai nun Repressionen durch die Justiz erfahren.

Mit Trillerpfeifen und Töpfen veranstalteten sie im Anschluss an die Kundgebung eine „Lärmdemo“ rund um das Justizgebäude und die Haftanstalt, in der nach wie vor einer der Protestierenden in Untersuchungshaft sitzt. In verschiedenen Redebeiträgen wurde die Polizeigewalt am 31. Mai selbst thematisiert. Von den SchülerInnen der Berufsschule B11 wurde darüber hinaus jeder Versuch der Spaltung in SchülerInnen und „linke DemonstrantInnen“ eine klare Absage erteilt. Die Proteste seien gemeinsam und solidarisch geführt worden und einzig und allein das Verhalten der Polizei habe die Situation eskalieren lassen. Auch die generelle Asylpolitik in Deutschland wurde in den unterschiedlichen Redebeiträgen scharf kritisiert. Es gehe nicht nur darum, Abschiebungen- mitten aus dem Schultag – zu kritisieren und nach Afghanistan im Besonderen, sondern Abschiebungen grundsätzlich zu verhindern, da sie für Menschen Perspektivlosigkeit, Unsicherheit, Hunger, Armut, Folter, Haft oder Tod bedeuteten. „Am 31. Mai wurde mehr als nur ein Zeichen gesetzt. Es hat den Menschen gezeigt, was es bedeutet, solidarisch zu sein“, erklärte eine Pressesprecherin des Bündnisses „Widerstand Mai 31“. „Es geht nicht nur um einen Menschen, es geht um unser generelles Verständnis von schlichter Humanität. Nicht zulassen zu wollen, dass ein Mitschüler in ein Land geschickt wird, in dem Kriegszustände herrschen, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.“

Doch die Repression, die dem Polizeieinsatz am 31. Mai folgte, hält weiterhin an. Zusätzlich zu den drei Ingewahrsamnahmen am 31.Mai selbst wurde nach der Kundgebung am Mittwoch ein Schüler von der Polizei auf dem Nachhauseweg abgepasst, seine Personalien wurden aufgenommen. Auch ihm werfen die Beamten nun Widerstandshandlungen vor.