Die Zahl der vertriebenen und geflüchteten Menschen hat 2016 weltweit einen neuen Rekordwert erreicht.

Laut dem am Montag vom UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) vorgestellten Bericht zu den letzten Flüchtlingszahlen im Jahr 2016 hat die Anzahl der Flüchtlinge einen neuen Höchstwert erreicht. Den Berechnungen des UNHCR zufolge waren 2016 weltweit 65,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Das sind rund 200.000 mehr als die Organisation im vergangenen Jahr zählte. Statistisch gesehen werden jede Minute 20 Menschen neu in die Flucht getrieben. Jeder 113. Mensch auf der Welt ist heute ein Flüchtling. Seit 1997 hat sich die Zahl der Geflüchteten in absoluten Zahlen verdoppelt. Darunter waren 22,5 Millionen Menschen, die in andere Länder flüchteten und 40,4 Millionen Menschen, welche innerhalb ihrer Heimatländer vertrieben wurden.

Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, sagt dazu, dass die globale Flüchtlings- und Vertriebenenkrise eine Dimension angenommen habe, die unter keinen Umständen zu akzeptieren sei.

Die Zahl der Flüchtlinge sei zwar nicht viel höher als im vergangenen Jahr, doch das sei kein Zeichen der Entspannung, so Grandi. „Das verschleiert nur, wie instabil die Lage in vielen Regionen ist.“ Es seien Millionen Menschen in ihre Heimatorte zurückgekehrt, ohne dass ihre Situation wirklich sicherer wäre. Und Andere hätten ein neues „Zuhause“ in anderen Ländern gefunden und würden deshalb aus der Statistik heraus fallen. Allein 10,3 Millionen Menschen wurden im Jahr 2016 neu zur Flucht getrieben.

Die meisten Flüchtlinge im Ausland und im Inneren eines Landes stammen aus Syrien. Hier mussten rund zwölf Millionen Menschen fliehen. Das entspricht knapp 65 Prozent der gesamten Bevölkerung Syriens. Danach kommt Kolumbien mit 7,7 Millionen, gefolgt von Afghanistan mit 4,7 Millionen, dem Irak mit 4,2 Millionen und dem Südsudan mit 3,3 Millionen geflüchteten und vertriebenen Menschen. Danach reihen sich der Kongo, Somalia, Nigeria, Ukraine und der Jemen ein. 84 Prozent fanden in Entwicklungsländern Zuflucht und leben heute dort. „Dies ist keine Krise der reichen Welt, sondern eine Krise der Entwicklungsländer“, betonte Grandi.