Bereits zum dritten Mal in Folge demonstriert die rechte Sammelbewegung „Zukunft Heimat“ in Cottbus.

Am Dienstag demonstrierten, ausgehend vom „Oberkirchplatz“ in Cottbus, ca. 400 Personen unter dem Motto „Grenzen ziehen“. Organisiert wurde die Demonstration durch die Initiative „Zukunft Heimat“. Auf der Gegenseite kamen im Bereich „Brandenburger Platz/Stadthalle“ ca. 500 Personen dem Aufruf „Cottbus für alle – No Pegida“ des Bündnisses „Cottbus Nazifrei“ nach. Laut „Niederlausitz aktuell“ war festzustellen,„dass die Teilnehmer der Demo „Cottbus für Alle“ teils deutlich jünger und weiblicher waren, während die ‚Zukunft Heimat‘-Teilnehmer vorrangig Männer waren.“

Die Demonstrationen hatten bereits am 30.5. begonnen. Anlass waren zu dem Zeitpunkt die Gewalttätigkeiten in der Cottbuser Innenstadt zwischen Obdachlosen, jungen Flüchtlingen und

Layout-Know-How von den verbotenen Spreelichtern?

Faschisten. Die Demonstration mit 400 Personen nahm klar Position für die Seite der Faschisten. So beteiligte sich auch ein bekannter Cottbuser Faschist an der Kundgebung auf dem Oberkirchplatz, der an einer dieser Auseinandersetzungen beteiligt gewesen sein soll. Hauptredner war Andreas Kalbitz, AfD-Chef in Brandenburg.

Zwei Wochen später kam es am 13. Juni  zur nächsten Demo, bei der wieder ca. 400 Personen anwesend waren. Im Anschluss der Demonstration kam es zu Gewalt von Seiten der Faschisten, als eine Frau vom Fahrrad geschlagen wurde und ein Pärchen am Straßenrand angegriffen wurde. Auf der Demonstration wurde eine Personengruppe mit einheitlichen T-Shirts (Aufdruck: Schlagringe und „Anti-Antifa“) gesehen, die  teilweise mit Schutzkleidung ausgestattet war. Dazu Luise Meyer vom Bündnis „Cottbus Nazifrei“: „Menschen werden angegriffen und niedergeschlagen, nur weil sie sich am Rande der ‚Zukunft-Heimat‘-Demo gegen Rassismus geäußert hatten. Ein trauriger Fakt: Cottbus ist nicht sicher für Menschen, die von Rassismus betroffen sind und für solche, die sich gegen Neonazis positionieren. Seit mehreren Jahren sind die Zahlen rechter und rassistischer Gewalt in Cottbus hoch.“

Wer steht dahinter?

Die Demonstrationen werden vom Verein „Zukunft Heimat“ aus Golßen organisiert. Die „Bürgerinitiative“ hatte bereits 2015 und 2016 mehrere Demos im Spreewald gegen Flüchtlingsunterkünfte organisiert, dabei jedoch keinen wachsenden Zulauf erreicht. Zuletzt hatte der Verein versucht, sich harmlos zu geben, indem er unter anderem Aktionen für einen Radweg organisierte. Hinter der bürgerlichen Fassade steht jedoch ein bewusstes Konzept von faschistischen Kadern, die so versuchen, ihre Isolation zu durchbrechen. Im Rahmen von „Zukunft Heimat“ arbeiten verschiedene faschistische Kräfte zusammen: „1% für unser Land“, „Identitäre Bewegung Brandenburg“, „Pegida“ und auch Ex-„Spreelichter“-Aktivisten. Letztere versuchen – nach ihrem Verbot –  durch Labels wie „Zukunft Heimat“ weiterzuwirken. So übernehmen sie die Öffentlichkeitsarbeit für „Zukunft Heimat“, auch wenn der Vereinsvorsitzende Christoph Berndt versucht, das abzustreiten.

Der Gastredner Siegfried Däbritz („Pegida Dresden“) sprach auf der Demonstration am 13.6 aus, worum es geht: „Es ist gut, dass wir einen Anker setzen zwischen Dresden und Berlin.“ Die Versuche der Faschisten, ihre „Braunzone“ zu erweitern, werden also voraussichtlich weitergehen. Den Cottbuser AntifaschistInnen stehen widerständige Zeiten bevor.