Die kolumbianische Guerilla-Organisation „FARC-EP“ hat die eigene Entwaffnung größtenteils abgeschlossen. Gleichzeitig nimmt die Gewalt rechter paramilitärischer Gruppen stetig zu.

Die „Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee“ (FARC-EP) haben den im Friedensprozess zwischen ihr und der kolumbianischen Regierung festgehaltenen Zeitplan für den Entwaffnungsprozess nach eigenen Angaben eingehalten.

Die UN-Mission in Kolumbien, welche die Entwaffnung überwacht, teilte mit, dass bis Montagnachmittag (Ortszeit) 7.132 Waffen abgegeben wurden. Die Entwaffnung der Guerillaorganisation sei damit, bis auf einige wenige Waffen, die die Organisation zum Selbstschutz bis zum 1. August behalten wird, abgeschlossen. „Wir verwandeln uns in eine legale Organisation und demnächst in eine politische Partei, die mit friedlichen Mitteln Politik machen wird“, erklärte FARC-EP – Kommandeur Jesús Santrich zum Prozess der Entwaffnung.

Parallel zur Abgabe der Waffen und dem Rückzug der Guerilla aus ihren zuvor gehaltenen Gebieten ist das Erstarken rechter paramilitärischer Gruppen festzustellen. Seit den Friedensverhandlungen zwischen der FARC-EP und der kolumbianischen Regierung nimmt die Gewalt gegen AktivistInnen und VertreterInnen sozialer Organisationen und Gewerkschaften massiv zu. Laut der Stiftung „Frieden und Versöhnung“ (Paz y Reconciliación ) wurden allein in den Monaten November bis Mai 42 VertreterInnen sozialer Bewegungen durch Paramilitärs ermordet. Auch vier ehemalige Guerilleros, die auf Grund von Amnestiegesetzen aus dem Gefängnis freigelassen wurden, wurden in den letzten Monaten getötet.

Entsprechend fordert auch Pastor Alape, Mitglied des Sekretariats der FARC-EP, dass die „Regierung Garantien anbieten muss. Nun sind es schon vier amnestierte getötete Guerilleros, dieses Mal war es Rigobel Quesada mit 27 Jahren in Caquetá.“