Streik von 175.000 kanadischen Bauarbeitern wurde per Sondergesetz verboten.

Seit dem 26. Mai streiken 175.000 Bauarbeiter in der zweitgrößten kanadischen Provinz Quebec. Mehrere hundert Baustellen kommen auf Grund des Streiks komplett zum Erliegen. Der Streik richtet sich gegen das Programm der Bauindustrie von Quebec. Die Unternehmer wollen einen fünfjährigen Tarifvertrag mit jährlicher Erhöhung des Lohns um 0,7% durchsetzen. (Dies bei einer durchschnittlichen Teuerungsrate der kanadischen Preise um jährlich 1,6%. Die Bau-Gewerkschaften rechnen vor, dass es damit zu einem Lohnverlust von ca. 10% kommen würde). Zudem sollen die Zuschläge für Samstagsarbeit wegfallen und die Arbeitszeiten ausgeweitet und „flexibler“ gestaltet werden. Zehntausende Bauarbeiter unterstrichen bei Demonstrationen vergangene Woche ihre Forderungen nach gerechtem Lohn und fairen Arbeitsbedingungen.

Die Provinzregierung in Quebec hatte bereits vergangene Woche angedroht, den Streik mit einem Sondergesetz verbieten zu wollen. Dieses Gesetz wurde nun am Dienstag, 29. Mai, verabschiedet und sieht eine mindestens fünfmonatige Zwangsschlichtung und damit ein Streikverbot vor. Bereits letzte Woche machte der Premierminister von Quebec, Philippe Couillard, klar, worum es der Regierung geht: „Wir können nicht zulassen, dass die Wirtschaft täglich 45 Millionen (kanadische) Dollar verliert. Ich habe die Regierung gebeten, bis Montag bereit zu sein, zu handeln.“ Mit dem verabschiedeten Gesetz hat die Regierung sehr eindeutig gehandelt und damit den mächtigsten kanadischen Bauunternehmen einen großen Dienst erwiesen.