Ein Leben lang arbeiten, um dann am Ende in der Armut zu enden. Das soll bis 2036 jede/n fünften Neu-RentnerIn treffen.

„Bis 2036 wird das Risiko für Altersarmut weiter steigen“, so die veröffentlichte Studie der „Bertelsmann Stiftung“. Die Gründe dafür seien die Umstellung des Arbeitsmarktes: Minijobs, lange Phasen der Erwerbslosigkeit und Unterbezahlung sind Alltag. Auch der demographische Wandel sei schuld an einer niedrigen Rente.

Als armutsgefährdet gelten RentnerInnen laut der Studie dann, wenn ihr monatliches Netto-Einkommen unter 958 Euro liegt. Davon werden in Zukunft vor allem alleinstehende Frauen, Menschen ohne Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose betroffen sein.

„Die aktuellen Reformdebatten gehen oft an der Wirklichkeit vorbei und lösen kaum die grundlegenden Ursachen der Altersarmut“ bemängelt Cristof Schiller, Arbeitsmarkt-Experte der Bertelsmann Stiftung. „Diskussionen um eine Stabilisierung des Rentenniveaus helfen Risikogruppen nicht weiter, die schon während ihrer Berufsjahre nur schlecht von ihrem Gehalt leben können.“

Eine Studie von 2015 sprach von bislang 16,2 Prozent Altersarmut, die neue Studie geht von 20,2 Prozent bis zum Jahr 2036 aus, was bedeutet, das es jede/n fünften NeurentnerIn betreffen wird. Überdurchschnittlich stark steigt das Risiko der Altersarmut bei RentnerInnen in Ostdeutschland, wo sich die Anzahl derer, die im Alter auf Sozialhilfe angewiesen sein werden, bis zum Jahr 2036 von 5 auf 11 Prozent mehr als verdoppeln wird. Bei alleinstehenden Frauen steigt die Grundsicherungsquote zwischen 2015 und 2036 von 16 auf fast 28 Prozent. Somit wäre in Zukunft fast jede dritte alleinstehende Neu-Rentnerin von staatlicher Unterstützung abhängig.