Türkei verlegt Truppen in das Emirat, das in einer schweren Krise mit seinen Nachbarländern steckt.

Bereits seit 2014 besteht eine militärische Kooperation zwischen der Türkei und Katar. Die regierenden Parteien in Katar und der Türkei sind beide Teil der international agierenden „Muslimbruderschaft“. Der türkische Präsident Erdogan bestärkt nun dieses Abkommen, die Zahl der stationierten türkischen Soldaten soll von 80 auf bis zu 3000 angehoben werden. Somit positioniert sich die Türkei auf der Seite Katers in den sich kürzlich zuspitzenden Auseinandersetzungen zwischen den Golfstaaten.

Schon seit Monaten bauen Ägypten, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar ab. Vor wenigen Tagen wurde dann offen jegliche Kooperation aufgekündigt, Saudi-Arabien schloss die einzige Landgrenze für das  erdgasreiche Emirat. Die offizielle Erklärung dafür: Katar finanziere indirekt den IS.

Dass dies nur eine vorgeschobene Erklärung ist, lässt sich daran erkennen, dass der Hauptwortführer gegen Katar – nämlich Saudi-Arabien – selbst seit Jahrzehnten seine islamisch-fundamentalistische Ideologie in der Welt verbreitet und bis vor kurzem seinerseits durch seinen Geheimdienst den IS finanzierte.

Bedeutender als mögliche IS-Verbindungen sind deshalb die öffentlichen, iran-freundlichen Äußerungen der Regierung Katars in letzer Zeit. Die katarische Stellungnahme dazu besagt, dass es sich dabei lediglich um Hackerangriffe handle und diese Äußerungen keine Grundlage hätten.

Durch die Verlegung von Truppen der Türkei nach Katar ist es wahrscheinlich, dass damit eine saudische Invasion in Katar vorerst vermieden wird. Sollte es dennoch zu militärischen Auseinandersetzungen kommen, hätte dies weitreichende Folgen für den gesamten Mittleren Osten und würde die Gefahr eines militärischen Flächenbrands in sich bergen.