Ein Interview mit der Gruppe „Internationale Jugend“ aus Köln über ihre politischen Arbeitsfelder und die Kampagne „Lernfabriken meutern“

Wer ist die „Internationale Jugend“?

Die „Internationale Jugend“ ist ein Zusammenschluss einer Gruppe von Jugendlichen aus verschiedenen Kulturen, Nationalitäten, Geschlechtern, Altersgruppen und Bildungsschichten.
Eine Gruppe, die sich erstmals zusammengeschlossen hat, um gegen den AfD-Bundesparteitag zu mobilisieren und zu protestieren. Nach Beendigung des Parteitags haben wir bemerkt, dass uns noch viele andere Themen beschäftigen, darunter auch internationale, wie zum Beispiel der Israel-Palästina-Konflikt oder die Solidarität mit der kurdischen Befreiungsbewegung.
Deshalb haben wir beschlossen, gegen Rassismus, gegen Faschismus, gegen Sexismus und gegen die Zerstörung der Umwelt Politik zu machen.

Es hat sich ein Bündnis in Köln gegründet, das sich „Lernfabriken meutern“ nennt. Ihr arbeitet in diesem Bündnis mit. Worum geht es da?

Wir sind ein Bündnis, das sich mit den Kritiken am deutschen Bildungssystem beschäftigt.
Es behandelt Themen wie die soziale Ungerechtigkeit und deren Auswirkungen auf die Bildung. Auch wird in die Bildung viel zu wenig Geld gesteckt und das mehrgliedrige Schulsystem fördert nur den Konkurrenzkampf unter den Schülern. Es gibt Mobbing wegen schlechten Noten, dem Aussehen, Armut oder Rassismus – auch dagegen muss vorgegangen werden. Das Bündnis ruft bundesweit zu einem Bildungsstreik am 21. Juni auf. In Köln findet die Demonstration um 10 Uhr am Albertus-Magnus-Platz statt.

Warum sollten SchülerInnen und Studierende denn streiken?

SchülerInnen und Studierenden wird meist nicht die Möglichkeit geboten, wirklich bei Veränderungen am System mitzureden und Vorschläge einzubringen. Sie werden nicht als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft behandelt. Ihnen wird das Recht aberkannt, sich – wie in einer Fabrik oder Firma – einer Gewerkschaft anzuschließen und gemeinsam ihre Interessen zu vertreten. Deshalb müssen wir als Jugendliche diese Aufgabe selber in die Hand nehmen. Wir müssen endlich für unsere Interessen auf die Straße gehen. Nur dann können wir sie auch in der Praxis umsetzen.

Was sind die Ziele dieses Streiks?

Wir gehen am Mittwoch nicht in die Schule, weil wir ein Zeichen setzen wollen. Wir wollen ein anderes Bildungssystem. Wir wollen die SchülerInnen und Studierenden aufrütteln, damit sie endlich etwas gegen die miserable Lage unternehmen. Es muss aufgezeigt werden, was es für Probleme gibt und wir müssen aufhören, uns als entmündigte Menschen behandeln zu lassen. Wir haben eine Stimme und diese werden wir nicht nur im Unterricht verwenden. Wir werden nicht in der Klasse aufzeigen, sondern wir werden aufzeigen, wo es Probleme gibt und dass wir ein solidarisches und demokratisches Bildungssystem haben wollen.