Der EU-Militäreinsatz vor der Küste Libyens wurde bis Ende 2018 verlängert.

Lange hatte Italien die Einigung der EU-Außenminister blockiert und erst letzte Woche noch einen Beschluss zur Verlängerung der EU-Militärmission verhindert. Nun hat Italien seinen Widerstand aufgegeben und so konnte die am 31. Juli auslaufende Marinemission „Sophia“ gestern verlängert werden.

Ziel der Mission „Sophia“ ist es, vor der Grenze Libyens gegen sogenannte „Schlepper-Banden“ vorzugehen. Dabei stoppen die EU-Kriegsschiffe zahlreiche Flüchtlingsboote auf ihrem Weg nach Italien, nehmen verdächtige Personen fest, zerstören die Boote und bringen die Flüchtlinge nach Italien. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind allein seit Jahresbeginn mehr als 110.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Davon allein 93.000 an der Küste Italiens.

Laut Informationen des SPIEGEL soll Italien die Verlängerung der Militärmission „Sophia“ bewusst blockiert haben, um die anderen EU-Staaten zu weiteren Zugeständnissen zu bewegen. So hat sich unter anderem Deutschland nun bereit erklärt, zusätzlich drei Millionen Euro in den „Emergency Trust Fund for Africa“ einzuzahlen. Im kommenden Jahr sollen zudem weitere zwölf Millionen für ein Projekt zur Abschottung der libyschen Küste bereitgestellt werden.