Mindestens zwei Journalisten mit veralteten und falsche Angaben in politischer Kartei geführt.

Im Rahmen des G20-Gipfels ermöglichten Akkreditierungen einigen JournalistInnen den Zutritt zu der Zone, die für die Öffentlichkeit unzugänglich war. Jedoch nicht allen.

Im Laufe des Gipfels kontrollierten Beamte mit Namenslisten den Zutritt an den Kontrollpunkten zur „Sicherheitszone“. Insgesamt 32 JournalistInnen wurde dabei gezielt der Zutritt verwehrt, die Akkreditierung entzogen. Die meisten klagten beim Bundespresseamt.

Laut eines aktuellen Berichts von SPIEGEL ONLINE wurde mindestens zwei Journalisten ihre Zulassung aufgrund von rechtswidrigen Angaben in politischen Karteien entzogen.

Beim Fotojournalisten Florian Boillot war eine Strafanzeige wegen „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ ausschlaggebend. Jedoch war Boillot von diesem Vorwurf bereits im Mai freigesprochen worden. Eine Speicherung in der Kartei „politisch motivierte Kriminalität“ als auch in der Datei „Gewalttäter links“ hätte nicht erfolgen dürfen.

Der Fotografen Chris Grodotzki wurde aufgrund von vier Einträgen in der Kartei „politisch motivierte Kriminalität“ eine Akkreditierung entzogen. Zwei bezogen sich auf journalistische Arbeit in Frankfurt in Hamburg bei der seine Personalien aufgenommen worden waren. Zwei bezogen sich auf Aktionen des pazifistischen Netzwerks „Robin Wood“ an denen sich der damals 18-Jährigen beteiligt hatte.

Besonders brisant: Die einzige Eintragung des BKA selbst entstand, als Grodotzki 2014 mit anderen Journalisten im türkischen Diyarbakir kurzzeitig festgenommen worden war. Er war im Jahr 2014 in die Türkei gereist, um die Gefechte in Kobane, einer syrischen Grenzstadt, zu dokumentieren. Dem BKA hat dies für eine Einstufung als „linksextremist“ und eine Verweigerung der journalistischen Arbeit während des G20-Gipfels gereicht.