Menschenrechtsorganisation macht auf dramatische Situation von Flüchtlingen aufmerksam

Die Menschenrechtsorganisation Oxfam warnt die EU in einem am Mittwoch vorgestellten dringend davon ab, zu versuchen Flüchtlinge zu hindern aus Libyen zu fliehen. „Der Versuch der Europäischen Union, sicherzustellen, dass Menschen Libyen nicht verlassen können, gefährdet mehr Männer, Frauen und Kinder, missbraucht oder ausgebeutet zu werden“ heißt es in dem Bericht.

Bei Befragungen von Geflüchteten, welche in Sizilien angekommen sind, wurde Oxfam von systematischen Vergewaltigungen, Zwangsarbeit und Folter in Libyen berichtet. Fast alle der befragten Frauen berichteten über sexualisierte Gewalt, welche sie auf ihrer Flucht erfahren mussten. Viele der befragten waren selbst gefoltert worden oder mussten zusehen wie andere Geflüchtete gefoltert und getötet wurden.

Als ich aufwachte, dachte ich, ich sei tot. Überall war Blut. Ich war in einer Zelle mit anderen Menschen… Die Zelle war voller Leichen.“ zitiert Oxfam einen 18 jährigen Mann aus dem Senegal über seine Erfahrungen nach einem Übergriff durch Schlepperbanden, bei dem er selber schwer am Kopf verletzt wurde. Eine 28 jährige Nigerianerin berichtete gegenüber Oxfam: „Ich wurde an jedem Teil meines Körpers geschlagen und gezwungen, bei sexueller Gewalt gegen andere Frauen mitzumachen.“

Während Organisationen wie Oxfam oder „Ärzte ohne Grenzen“ seit Jahren auf die dramatische Situation von Flüchtlingen in Libyen und anderen nordafrikanischen Staaten aufmerksam. Parallel dazu baut die EU ihre „Hilfen“ zum Aufbau und Aufrüstung der libyschen Küstenwache massiv aus. Durch technische und logistische Unterstützung, zum Beispiel die Lieferung von Schnellbooten und die Ausbildung von Polizisten, sollen die Flüchtlinge bereits in Libyen bzw. in libyschen Gewässern gestoppt werden.