Der Mord an der Antifaschistin in Charlottesville (USA) ist Ergebnis des Bündnisses zwischen Donald Trump und faschistischer Bewegung

Ein Auto rast gezielt in eine Menschenmenge – kurze Zeit später ist Heather Heyer (32) tot und 26 weitere Menschen sind teils schwer verletzt. Die Ereignisse von Charlottesville (USA) zeigen, wie sehr der faschistische Straßenmob dazu bereit ist, Amerika endlich wieder ganz konkret „great again“ zu machen.

In den letzten Jahren gewannen nationalistische und faschistische Thesen immer mehr Zustimmung, indem sie durch den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump im Laufe seiner Wahlkampagne und Präsidentschaft systematisch unter die AmerikanerInnen getragen wurden.

Trump sprach von vergewaltigenden und Drogen bringenden Mexikanern, weshalb man eine Mauer zu Mexiko bräuchte. Er erließ ein eindeutig rassistisches Gesetz, das Menschen aus muslimisch geprägten Ländern an der Einreise in die Vereinigten Staaten hindern sollte. Jede seiner Wahlkampfreden war voll davon, die Ursachen für die Probleme der Menschen in der illegalen Migration und der „Unfähigkeit“ vorheriger Politiker zu suchen. Dass er selbst als mehrfacher Milliardär zu genau derjenigen Klasse gehört, die am meisten von der Armut in den USA profitiert, konnte er dadurch geschickt übermalen.

Bedeutende faschistische Führer und Neo-Nazis wie der Chef des Ku-Klux-Klan, David Duke, oder Richard Spencer (weißer „Identitärer“, website „AlternativeRight.com“) warben offen für Trump. Später setzte Trump den rechts gerichteten Stephen „Steve“ Bannon (US-amerikanischer Publizist und Filmproduzent) sogar als seinen Chef-Strategen und als Vorsitzenden des „Nationalen Sicherheitsrats“ ein. Bannon betrieb von 2012 bis 2016 das extrem nationalistische Portal „Breitbart News Network“. Man kann sich das vielleicht so vorstellen, als ob der neue Chef des Bundeskanzleramts in Deutschland vormals der Chefredakteur der „PI-News“ (Politically Incorrect-) oder des AfD-Blattes „Junge Freiheit“ gewesen wäre.

Es war deshalb auch nicht verwunderlich, dass sich Trump nach dem terroristischen Angriff von Charlesville von der „Gewalt auf allen Seiten“ distanzierte, obgleich die rechten Angreifer eine Antifaschistin ermordet hatten. Dennoch ist es bemerkenswert, dass auch von Seiten der AntifaschistInnen ein wehrhafter Selbstschutz organisiert wurde: So waren sie u.a. mit Pfefferspray, Stangen, Flaschen und Sprühdosen vorgegangen, die mit einem Feuerzeug zum Flammenwerfer umfunktioniert worden waren.

Einigen Rechten geht die Unterstützung von Trump dennoch nicht weit genug.  Sie warfen Trump z.B. vor, dass er die Polizei nicht angewiesen habe, den Demonstrationszug zur Erhaltung eines Denkmals für einen Sklaverei-Befürworter ausreichend zu schützen.

Wir müssen konstatieren: Der faschistische Straßenmob und die rechte Bewegung waren und sind für die Herrschenden von jeher nur ein Mittel zum Zweck bei der Faschisierung eines Staatsapparats. Und dies treibt Donald Trump an der Spitze des amerikanischen Staates in Vorbereitung auf kommende Auseinandersetzungen zur Zeit systematisch weiter voran.