Bereits im Juli wurde ein Wohnhaus des Eigentümers in Wuppertal zwangsgeräumt. Jetzt sind auch Mieter in Dortmund von der Untätigkeit  der „Intown Property“ betroffen.

Am Donnerstag hat die Stadt Dortmund einen Hochhaus-Komplex in seinem Stadtteil Dorstfeld ohne Vorankündigung räumen lassen. Bereits Ende Juni wurde in Wuppertal ein ähnliches Gebäude desselben Vermieters, der „Intown Property“, wegen massiver Brandschutzmängel evakuiert. Die Bewohner des Dortmunder „Hannibal II“ -Komplexes wurden in Notunterkünften untergebracht oder suchten bei Angehörigen Unterschlupf.

Gefahr von rasanter Ausbreitung eines Feuers

Laut dem Krisenstab habe es durch bauliche Veränderungen durch den Vermieter keine ausreichende Trennung mehr zwischen dem Parkdeck im Untergeschoss und den Wohnungen gegeben. Durch Schächte mit direkter Verbindung nach Oben bestünde die Gefahr einer schnellen Verrauchung im Brandfall. Auch fehlten ausreichende Rettungswege. So sei unmittelbares Handeln erforderlich gewesen. Die Mieter konnten erst nach der Räumung und stundenlangem Anstehen für kurze Zeit in ihre Wohnungen, um die nötigsten Dinge zu packen. Die Stadt rechnet damit, dass die rund 800 AnwohnerInnen erst in Monaten wieder einziehen können.

Wut bei den Anwohnern

Die Zwangsevakuierung führte zu viel Wut und Enttäuschung unter den MieterInnen. Kritisiert wurde vor allem, dass es keine Vorab-Planung oder -information gegeben habe. Auch berichteten sie, dass sich die „Intown Property“ schon seit langem nicht um den Gebäudekomplex kümmere. So sei z.B. über Monate der Aufzug in dem Gebäude ausgefallen oder ein Wasserrohrbruch nicht beseitigt worden, der Putz bröckele, Dutzende Wohnungen stünden leer.

Wiederholungsfall

Bereits Ende Juni war nach dem Brand im Londoner Grenfell Tower, bei dem 80 Menschen starben, ein Hochhaus in Wuppertal geräumt worden. Es hatte sich herausgestellt, dass die Fassaden-Dämmung ähnlich der im Londoner Hochaus war. Diese war der Grund, warum sich das Feuer in dem Londoner Hochhaus so rasend schnell ausbreiten konnte. In Wuppertal hatte der Besitzer mehrfache Aufforderungen zur Instandsetzung der Wohnungen ignoriert.

„Intown Property“

Der Wohnkomplex wurde im Dezember 2011 durch die „Lütticher 49 Properties“ mit Sitz auf Zypern gekauft, die mit der Firma „Intown Property“ aus Berlin verbunden ist. Hinter dem – völlig intransparenten – Firmenverbund steht der israelische Großkapitalist Amir Dayan . Seiner Firma gehören Dutzende weitere Immobilien in NRW und Deutschland.