Der Einfluss der deutschen Gewerkschaften auf Arbeitsverträge und Lohn nimmt seit Jahrzehnten immer weiter ab.

Eine Zusammenstellung des Nachrichtenmagazins Spiegel aus Daten des Statistischen Bundesamtes, des Instituts der deutschen Wirtschaft, sowie Zahlen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Bundesagentur für Arbeit, legt einen deutlichen Bedeutungsverlust für Gewerkschaften seit Mitte der 90er Jahre dar.

So soll allein der Organisationsgrad der Beschäftigten von rund 27 Prozent im Jahre 1994 auf rund 17 Prozent abgesunken sein. Auch die Zahl der Betriebe, in denen es einen Betriebsrat gibt, nimmt stetig ab: so wurden im Jahr 2000 noch 50 Prozent der ArbeiterInnen in West- und 41 Prozent der ArbeiterInnen in Ostdeutschland von einem Betriebsrat vertreten, bis zum Jahr 2016 schrumpfte diese Zahl auf 43 bzw. 34 Prozent. Heute gibt es überhaupt nur noch in jedem zehnten Betrieb einen Betriebsrat.

Auch die Bindungen an einen Flächen- bzw. Branchen-Tarifvertrag sinken stetig: Galt solch ein Tarifvertrag 1996 noch für 70 Prozent der Beschäftigten in West- und 56 Prozent der Beschäftigten in Ostdeutschland, so betreffen Flächen- bzw. Branchen-Tarifverträge im Jahr 2016 gerade einmal noch 51 bzw. 36 Prozent der Beschäftigten.

Im Durchschnitt kommen in Deutschland in den letzten 20 Jahren 5,5 Streiktage pro Jahr auf 1.000 Beschäftigte. Ein Ausreißer in dieser Statistik war das Jahr 2015 mit rund 31 Streiktagen. Hier gab es große und lange Streikaktionen der PilotInnen, LokführerInnen und ErzieherInnen.