Wie stimmten Gewerkschaftler ab – unterschieden nach Geschlecht, Berufsgruppe und West/Ost?

Nach der Bundestagswahl hat die „Forschungsgruppe Wahlen e.V.“ 50.000 Menschen zu ihrer Wahlentscheidung interviewt. Dabei wurde auch eine Gewerkschaftsmitgliedschaft erfragt. Der DGB hat die Ergebnisse nun veröffentlicht. (Alle Zahlen inkl. Balkendiagramme HIER)

Allgemeine Wahlergebnisse: (Alle WählerInnen / Gewerkschaftsmitglieder)

CDU: 33% / 24%
SPD: 20,5% / 29%
Linke: 9,2 / 12%
Grüne: 8,9% / 8%
FDP: 10,7% / 7%
AfD: 12,6% / 15%
Sonstge: 5% / 5%

Bei Betrachtung des unterschiedlichen Wahlverhaltens der Geschlechter ist bemerkenswert, dass Männer zu 18% (Frauen 10%) die AfD, und Frauen zu 13% die Grünen (Männer 5%) wählten.

Besonders auffällig sind die Zahlen, die zwischen ArbeiterInnen, Angestellten und BeamtInnen differenzieren. Hier kommt die SPD unter ArbeiterInnen auf 31%, die Linkspartei auf 12% und die AfD sogar auf 19%. Bei BeamtInnen dagegen liegt die CDU überdurchschnittlich bei 35% während die AfD nur 10% gewinnt. Die Angestellten liegen relativ dazwischen, wählten jedoch überdurchschnittlich die Linke (14%).

Unterschiedliches Wahlverhalten ist auch zwischen West und Ost erkennbar. So ist im Westen die SPD mit 31% klar die stärkste Kraft, die Linke kommt hier auf 11%, die AfD auf 14%. Dagegen liegen im Osten Linke und AfD mit je 22% gleichauf, während die SPD hier auf nur 18% kommt.

Schon im Jahr 2003 wies eine gemeinsame Studie der Hans-Böckler-Stiftung und der Otto-Brenner-Stiftung nach, dass „rechtsextreme“ Einstellungen unter Gewerkschaftsmitgliedern genauso weit verbreitet sind wie unter Nicht-Mitgliedern: 19 Prozent der gewerkschaftlich Organisierten und 20 Prozent der Unorganisierten erwiesen sich als „rechtsextrem“ eingestellt.

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