In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde im Berliner Tiergarten ein Mann aufgrund seiner sexuellen Orientierung angegriffen. Dies ist kein Einzelfall. Angriffe auf Grund von Homo- und Transfeindlichkeit nehmen deutlich zu.

Am Sonntagabend hatten zwei Männer den 31-Jährigen in den Park gelockt. Sie knebelten und fesselten ihn an einen Baum. Sie schlugen, traten und beleidigten ihn homofeindlich. Danach flohen die Täter und ließen den Mann zurück. Dieser konnte sich erst nach eineinhalb Stunden aus den Fesseln befreien und um Hilfe rufen. Er wurde ambulant im Krankenhaus behandelt.

Dies war nicht der erste Übergriff auf Schwule und Lesben im Tiergarten. Erst im Juni wurde dort ein homosexueller Mann von mehreren jungen Männern angegriffen und festgehalten. Er konnte sich losreißen, stürzte aber, als einer der Angreifer ihm ein Bein stellte und brach sich dabei den Oberschenkel. (Link)

Ein weiteres Beispiel für einen Angriff auf Homosexuelle ereignete sich ebenfalls im Juni diesen Jahres. Ein Mann sprach ein lesbisches Pärchen nahe des Bahnhofs Friedrichstraße an. Als es nicht reagierte, wurde er aggressiv und schlug schließlich einer der beiden Frauen ins Gesicht. Als die andere sich einmischte, warf der Mann ihr eine Flasche an den Kopf und würgte sie bis zur Bewusstlosigkeit. (Link)

Die Gewalt aufgrund von Homophobie nimmt immer weiter zu. Die Berliner Polizei zählte für das vergangene Jahr 162 Straftaten mit diesem Hintergrund. Das sind 44 mehr als im Jahr zuvor. Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen. So zählte das schwule Anti-Gewalt-Projekt „Maneo“ im letzten Jahr sogar 291 Fälle in Berlin. Auch bundesweit steigen die Zahlen deutlich an. Im ersten Halbjahr 2017 wurden 27% mehr homo- und transfeindliche Straftaten begangen als im Vorjahr. (Link)