Immer mehr Verbindungen zwischen ranghohen Polizisten, Bundeswehr-Offizieren und AfD-Spitzenfunktionären werden aufgedeckt.

Beim rechtsterroristischen Netzwerk innerhalb des Staatsapparats sind neue Beteiligte enttarnt worden.

  • Begonnen hatte die öffentliche Debatte mit der Festnahme des rechten Bundeswehroffiziers Franco A.  Dieser hatte sich neben seinem Soldaten-Job als syrischer Flüchtling gemeldet, um „unter falscher Flagge“ Anschläge durchzuführen, die dann Flüchtlingen in die Schuhe geschoben werden sollte. Mindestens 4 weiteren Soldaten sollen zur faschistischen Zelle um Franco A. gehört haben. Sie sollen auch eine Todesliste erstellt haben, auf der sich sowohl AntifaschistInnen als auch bürgerliche Politiker wiederfänden.
  • Nun ist bekannt geworden, dass Maximilian T., ein wichtiger Verdächtiger dieser Zelle, AfD-Mitglied gewesen ist. Dies bestätigte der AFD-Pressesprecher auf Anfrage des Spiegel.  T. war kurz nach Franco A. im Frühsommer festgenommen worden. Er gilt als mutmaßlicher Komplize, da er in Wien dabei war, als A. eine Waffe auf dem Flughafen versteckte. Zudem soll er eine Liste mit dem Titel „Politik und Medien“ verfasst haben, auf der mehrere Politiker und Institutionen als Anschlagsziele vermerkt waren.
  • Erst vor wenigen Tagen waren außerdem aufgrund von Untersuchungen im Fall Franco A. bei einem hochrangigen Polizisten und dem Rechtsanwalt Jan Hendrik H.in Mecklenburg-Vorpommern Razzien durchgeführt worden. Sie sollen ebenfalls Todeslisten über linke Politiker angelegt haben. Bemerkenswert: Bei den Durchsuchungen waren ausschließlich Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) und der Bundespolizei im Einsatz. Keiner von ihnen kam aus Mecklenburg-Vorpommern, was auf ein Misstrauen von Bundesanwaltschaft gegenüber der gesamten LKA-Behörde im Bundesland hinweist.
  • Auch hier zeigen sich Verbindungen zur faschistischen Partei „Alternative für Deutschland“. Der Terrorverdächtige Anwalt Jan Hendrik H. hatte Kontakte zum Vizechef der AfD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns, Holger Arppe. Arppe war ausweislich geleakter Facebook-Chats im Mai 2015 bei Jan Hendrik H. zum Grillen eingeladen. Er berichtete seinen Parteifreunden im Anschluss: „Der Typ würde perfekt in unsere Reihen passen. Er hasst die Linken, hat einen gut gefüllten Waffenschrank in der Garage und lebt unter dem Motto: Wenn die Linken irgendwann völlig verrückt spielen, bin ich vorbereitet.“ Arppe, der mittlerweile zurückgetreten ist, sprach auch offen seine Ziele in der AfD aus: „Wir müssen ganz friedlich und überlegt vorgehen, uns ggfs anpassen und dem Gegner Honig ums Maul schmieren, aber wenn wir endlich soweit [sic] sind, dann stellen wir sie alle an die Wand.“ Man solle für die „widerlichen grünen Bolschewisten“ eine „Grube ausheben, alle rein und Löschkalk oben drauf“.