Mehr als 100 mögliche Korruptionszahlungen an Politiker und Militärs.

Die Firma „Airbus“ ist den meisten Menschen nur bekannt aus dem Urlaub: Sie baut unter anderem die weltgrößte Passagiermaschine, den Airbus A380. Daneben produziert sie Kriegsgerät wie zum Beispiel das Jagd-Flugzeug „Eurofighter“. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 – damals noch unter dem Titel EADS – durch französische, deutsche und spanische staatliche Institutionen und Kapitalisten auf den Weg gebracht, um im Konkurrenzkampf gegen den amerikanischen „Boeing“-Konzern zu bestehen. Heute gehört das Unternehmen zu 22 Prozent der Bundesrepublik Deutschland und dem französischen Staat. Beim Airbus-Konzern handelt es sich um Europas größtes Luft- und Raumfahrt- sowie zweitgrößtes Rüstungsunternehmen.

Nun wird mehr und mehr deutlich: Um an Aufträge zu gelangen, schmierte der Konzern jahrelang mit hunderten Millionen Euros Politiker und Militärs. Nach Informationen des SPIEGEL sind interne Ermittler auf mehr als 100 mutmaßliche Korruptionszahlungen in dreistelliger Millionenhöhe gestoßen. Verdachtsfälle gibt es unter anderem in Österreich, Sri Lanka, Indonesien, China, Tunesien, Kasachstan und Mali. Vermutet wird Korruption weiterhin beim Einkauf von 18 Eurofightern durch den österreichischen Staat sowie dem Verkauf von Passagierflugzeugen.

Laut den SPIEGEL-Recherchen sollen Manager ein „Schattenreich“ für den Konzern aufgebaut haben: „Im Mittelpunkt: die Vector Aerospace in London, eine Zwei-Mann-Firma, die 114 Millionen Euro von EADS bekam. Was die Vector für so viel Geld geleistet hat? Arbeitsnachweise haben die Fahnder jedenfalls nur für 9 Millionen Euro gefunden. Der Rest: wurde an Briefkastenfirmen weiter verteilt. Ging nach Hongkong, Singapur, auf die Britischen Jungferninseln. Ist versickert, verdampft, verschwunden.“

Mittlerweile wird bereits ermittelt: In Großbritannien und Frankreich ist es die Antikorruptionsbehörde, in Deutschland die Münchner Staatsanwaltschaft, gemeinsam mit der in Wien.

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