Mitarbeiterinnen des Europa-Parlaments in Brüssel machen erfahrene Gewalt öffentlich.

Mehrere EU-Parlamentsmitarbeiterinnen suchten in den vergangenen Tagen anonym die Öffentlichkeit. Sie berichten von sexueller Belästigung und Gewalt, die sie an ihrem Arbeitsplatz in Brüssel erfahren haben. Die Berichte umfassen unangemessene Textnachrichten ebenso wie die Zeugenaussage einer jungen Assistentin, die erzählt, wie ihr Vorgesetzter vor ihren Auge zu masturbieren beginnt. Das englische Medienportal „POLITICO“ berichtet sogar davon, dass Frauen zu sexuellen Handlungen gedrängt wurden, weil sie andernfalls keinen Arbeitsvertrag bekommen hätten.

Weinstein-Skandal als Auslöser?

Auslöser dafür, dass einige Frauen sich entschieden, ihre Erlebnisse öffentlich zu machen, könnte der Weinstein-Skandal sein.  Mehrere Frauen werfen ihm sexuelle Belästigung und Vergewaltigung vor, er soll unter anderem seiner Assistentin Schweigegeld gezahlt haben. Dass die Übergriffe dennoch öffentlich wurden, löste eine Welle von Berichten unter dem Hashtag #MeToo in sozialen Medien aus – hunderttausende Frauen weltweit schrieben online über die sexualisierte Gewalt, die sie erleben mussten.

Übergriffe finden überall statt

Zumeist melden Frauen sich anonym, noch immer fürchten viele, ihren Job zu verlieren. So baten alle EU-Parlamentarierinnen, ihre Informationen anonym zu behandeln. Viele haben die Sorge, dass es ihre Karriere beenden könnte, sollten sie die Übergriffe öffentlich machen. So nutzen Männer ihre Machtposition weiterhin aus.  Die Berichte der Frauen zeigen ein weiteres Mal, dass solche Übergriffe überall stattfinden können, in Hollywood ebenso wie im EU-Parlament.