Gutachter widersprechen der Einschätzung der bayerischen Staatsregierung.

Mehr als ein Jahr nach dem Attentat sind sich drei – von der Stadt München beauftragte – Gutachter sicher: Das von David S. begangene Attentat am 22. Juli 2016 mit neun Toten war eine politisch motivierte Tat. Laut Angaben von Süddeutscher Zeitung und WDR sprechen die Gutachter von einer rassistisch motivierten Tat und widersprechen damit der offiziellen Darstellung eines unpolitischen Amoklaufs.

Worauf bereits kurz nach der Tat zahlreiche antifaschistische Initiativen hingewiesen hatten, bestätigen nun auch die drei Gutachter. Am kommenden Freitag sollen sie ihre Ergebnisse im Münchener Rathaus präsentieren. Laut WDR spricht einer der Experten sogar offen von rechtem Terror.

Die Gutachter stützten sich bei ihren Arbeiten auf die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft und werteten diese aus. Dabei sei offensichtlich gewesen, dass David S. seine Tat lange im Voraus geplant habe. Auch habe er gezielt einen Ort ausgesucht, an dem sich überwiegend MigrantInnen aufhalten, um möglichst viele von ihnen zu töten. Er wollte sich damit als „echter Deutscher“ beweisen. Zudem sei die Tat am Jahrestag des Attentats des norwegischen Rechtsterroristen Anders Breivik durchgeführt worden, den S. als sein Vorbild ansah.

Die Behörden hätten die rassistische Dimension der Tat außer Acht gelassen, sind sich die Gutachter einig. Die Tatsache, dass David S. selbst iranische Eltern habe, könne kein Ausschlusskriterium für eine rechtsterroristische Tat sein.

[paypal_donation_button align=“left“]