Sieben Menschen sterben, öffentliches Leben in Berlin und Hamburg lahm gelegt. Schwere Unwetter nehmen seit Jahren zu.

Der Sturm „Xavier“ hat in Teilen Nord und Ost-Deutschlands zu starken Sach- und Personenschäden geführt. Bäume stürzten auf Gleise und Straßen. Mehrere Personen wurden dabei erschlagen. Auf vielen Bahnstrecken kam es zu Behinderungen. Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns sowie die wichtigen Fernverkehrsstrecken Berlin-Hamburg sowie Berlin-Hannover ein. Der Sturm erreichte Geschwindigkeiten von 120 km pro Stunde und mehr. Dies führte beispielsweise dazu, dass in Wilhelmshaven „Xavier“ einen rund tausend Tonnen schweren Hafenkran aus den Angeln hiefte, sodass er ins Fahrwasser der Jade stürzte.

In Berlin wurde zeitweise sogar der gesamte oberirdische Verkehr mitsamt S-Bahnen, Bussen und Regionalzügen eingestellt. Das ist in der Geschichte Berlins so seit mindestens 30 Jahren nicht geschehen. Gegen 16 Uhr rief die Berliner Feuerwehr den Ausnahmezustand „Wetter“ aus. Dies geschieht immer dann, wenn die Behörde mit den eingehenden Notrufen nicht mehr hinterherkommt – in diesem Jahre bereits zum dritten Mal. Tausende Menschen kamen über Stunden nicht nach Hause, Fernbusse waren ausgebucht und Taxi-Stellen stark beansprucht.

Auch in Hamburg wurden Menschen aufgefordert, für ca. eine Stunde das Haus nicht zu verlassen. Der Fernverkehr nach Hamburg sowie Regionalzüge wurden stundenlang eingestellt.

Nach den Daten von Versicherungsgesellschaften hat sich die Zahl verheerender Stürme, Regenfälle und anderer wetterbedingter Naturkatastrophen in Deutschland seit den 1970er Jahren mehr als verdreifacht, wenn man nicht nur Schwergewitterschäden zählt, sondern auch Winterstürme und Flussüberschwemmungen, so auch die Analyseergebnisse der Münchener Rückversicherung „Munich Re“.