Oxfam-Studie: Ärmere Länder leiden unter dem Klimawandel, der von den reichen Ländern verursacht wird.

Menschen aus armen Ländern haben ein fünfmal so hohes Risiko, durch plötzliche Wetter-Extreme aus ihrer Heimat vertrieben zu werden, wie Menschen aus reichen Industrieländern. Das belegt eine Studie der Organisation „Oxfam“.

So seien zwischen 2008 und 2016 rund 14 Millionen Menschen aus armen Ländern (0,42% der dortigen Bevölkerung) wegen Sturmfluten, Stürmen und ähnlichen Phänomenen vertrieben worden. Bei Menschen aus reichen Ländern seien es im gleichen Zeitraum 1 Millionen Menschen gewesen (0,08% der Bevölkerung). Allein im vergangenen Jahr mussten laut Oxfam-Bericht insgesamt 23,5 Millionen Menschen wegen des Klimawandels ihre Heimat verlassen.

Dabei sind Menschen, die vor Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüchen und Erdbeben fliehen, noch nicht mit gezählt. Auch Menschen, die wegen länger andauernder Extrem-Wetterlagen wie Dürren ihre Wohnorte aufgeben mussten, sind in dieser Zahl nicht berücksichtigt. Hierdurch seien allein in den ersten 9 Monaten des Jahres 2017 fast 2 Millionen Menschen vertrieben worden.

Dazu Tracy Carty von Oxfam: „Wieviele weitere ‚Einmal-im-Leben‘-Stürme soll es noch geben, bevor unsere Staatenlenker verstehen, was passiert, und anfangen zu handeln?“

„Der Klimawandel verschärft Hunger und Armut und zwingt mehr und mehr Menschen zur fluchtartigen Aufgabe ihrer Heimat“, so der Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig. „Dabei tragen die Betroffenen zum Klimawandel so gut wie gar nichts bei, stehen aber nach Katastrophen nicht selten vor dem Ruin.“