Unbekannte greifen Hamburger Generalstaatsanwaltschaft an und errichten Barrikade.

Eigentlich sollte er längst frei sein: Am vergangenen Freitag hob das Amtsgericht Hamburg den Haftbefehl gegen den linken Demonstranten Fabio V. auf.  Die Beschwerde der Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht wurde abgewiesen, doch damit will sie sich nicht zufrieden geben. Nun zieht sie sogar vor das Oberlandesgericht, damit der 18-jährige auch nach fast 5 Monaten weiterhin in U-Haft bleibt. Das findet selbst die Hamburger MOPO „nicht gerecht“.

Am Samstag flogen derweil Farbbeutel und Pflastersteine gegen die Fensterscheiben der Hamburger Generalstaatsanwaltschaften am Gorch-Fock-Wall. Ca. 10 bis 15 Personen errichteten eine brennende Barrikade aus Autoreifen – möglicherweise als Reaktion auf das Vorgehen der Staatsanwaltschaft.

Die kritische Berichterstattung und Beobachtung zum Fall Fabio greift derweil weiter um sich. Mittlerweile sitzen im Gerichtssaal auch Beobachter von Amnesty International und des italienischen Konsulats.

Symbolisch für das Verfahren steht unterdessen ein anderes Urteil: So hatte ein Justizbeamter, der Fabio in den Gerichtssaal bugsierte, ein Tattoo mit der Abbildung von drei Wehrmachtssoldaten provokativ offen auf seinem Unterarm getragen. Dies muss er zukünftig „verdecken“.