Route zwischen Libyen und Italien ist weiter die tödlichste Wegstrecke im Mittelmeer.

Laut den aktuellen Schätzungen der „Internationalen Organisation für Migration“ (IOM) sind seit Jahresbeginn mindestens 3.033 Menschen bei dem Versuch, nach Europa zu fliehen, im Mittelmeer ums Leben gekommen.

Dabei bleibt die Überfahrt von Libyen nach Italien die gefährlichste und tödlichste Route. Allein 2802 Menschen sollen hier seit Januar ertrunken sein. Wie hoch die Opferzahlen wirklich sind, bleibt schwierig einzuschätzen, da die Zahlen nur aufgrund von Schätzungen der Überlebenden rekonstruiert werden können.

Bis Ende November kamen 174.509 Flüchtlinge auf dem Land- und Seeweg nach Europa. Das sind deutlich weniger als noch in den letzten Jahren. Im vergangenen Jahr 2016 waren es noch 387.895 Menschen. Der deutliche Rückgang liegt vor allem an der Aufrüstung der Polizeien und Küstenwachen verschiedener afrikanischer Länder durch die Mitgliedsstaaten der EU.

„Wenn wir die Migranten, die von den Libyern aufgegriffen werden, zu den Ankünften an den italienischen Küsten hinzu zählen, kommen wir auch in diesem Jahr auf ziemlich hohe Zahlen“, so der IOM-Mittelmeerbeauftragte, Federico Soda,in der italienischen Zeitung „La Repubblica“.

Die IOM geht davon aus, dass seit Oktober 2013 mindestens 15.000 Menschen bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen, im Mittelmeer ertrunken sind. „Wir sagen das schon seit Jahren und werden es weiterhin sagen: Es genügt nicht mehr, einfach diese tragischen Statistiken zu zählen. Wir müssen auch handeln“, forderte deshalb der IOM-Generaldirektor, William Lacy Swing, bei der Vorstellung der aktuellen Opferzahlen.