Der Lieferdienst „Foodora“ ist zu keinen Zugeständnissen bei Verhandlungen über Arbeitsbedingungen bereit.

Am vergangenen Freitag scheiterte die zweite Verhandlungsrunde über bessere Arbeitsbedingungen zwischen der Geschäftsführung von Foodora und „der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union“ (FAU).

Laut einer Pressemitteilung der FAU Berlin war der Termin für die zweite Verhandlungsrunde bereits zwei Mal von der Geschäftsführung verschoben worden, und auch bei dem nun zustande gekommenen Termin soll die Geschäftsführung von Foodora keine Angebote auf die Forderungen der Fahrerinnen und Fahrer des Lieferservice gemacht haben. Im Gegenteil sollen sich die Arbeitsbedingungen in den vergangenen Monaten weiter verschlechtert haben, so die FAU Berlin.

„Ich finde dieses Verhalten absolut unprofessionell“, sagte Leonhard Herrmann, Fahrer bei Foodora und Mitglied im Verhandlungsteam, daraufhin am Freitag. „Wenn Foodora sich an keine unserer Absprachen hält, dann müssen wir davon ausgehen, dass es ihnen mit den Verhandlungen nicht ernst ist. Wir haben uns während der Verhandlungen mit Protesten und gewerkschaftlichen Maßnahmen zurückgehalten – daran fühlen wir uns jetzt nicht mehr gebunden.“

Gegenstand der Verhandlungen sollten eigentlich die drei Kernforderungen der FahrerInnen sein: eine komplette Übernahme der Kosten für die Betriebsmittel durch das Unternehmen, eine Entgelterhöhung von mindestens einem Euro pro Stunde und Verbesserungen im Schicht-Planungssystem. Zusätzlich sollte es um die im September einseitig eingeführten Veränderungen im Bonus-System und der De-Flexibilisierung der Schicht-Abgabe gehen, die großen Unmut unter den FahrerInnen hervorgerufen hatten. Bei keinem dieser Themen zeigte sich die Foodora-Geschäfsführung gesprächsbereit.

Sie bot lediglich eine Kostenübernahme der Reparaturen von maximal 5 Cent pro gefahrenem Kilometer an. Die ArbeiterInnen hatten jedoch eine Übernahme von 35 Cent gefordert. „Auch wenn sie in der derzeitigen Form mehr PR-Aktion als tatsächliche Lösung ist: Dass Foodora jetzt überhaupt eine Verschleißkosten-Pauschale einführt, ist ganz klar ein Erfolg unserer Kampagne“, so Clemens Melzer, Mitglied im Verhandlungsteam. „Und damit machen wir jetzt weiter, bis Foodora sich zu ernsthaften Verhandlungen auf Augenhöhe bereit erklärt.“

Die FAU Berlin ruft deshalb für den 10. November zu einer Kundgebung auf, um gegen die sich immer weiter verschlechternden Arbeitsbedingungen zu protestieren und weitere Aktionen gegen Foodora zu planen.