Mehr als 75 Prozent der aus der Türkei geflohenen Menschen bekommen keinen Flüchtlingsstatus in Deutschland zugesprochen.


Nur knapp 24,7 Prozent der Flüchtlinge aus der Türkei bekommen in Deutschland Schutz vor Verfolgung. Mehr als 75 Prozent der Anträge werden jedoch abgelehnt. Dabei ist die Anerkennungsrate von 8,2 Prozent auf auf 24,7 Prozent im Jahr 2016 angestiegen. Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bekamen in diesem Jahr nur 2112 von 9413 Asylbewerbern aus der Türkei einen Schutzstatus zugesprochen.

Seit dem Putschversuch von Teilen des türkischen Militärs und den danach folgenden Inhaftierungen von 10.000den Oppositionellen hat die Anzahl der Asylanträge von aus der Türkei geflohenen Menschen sprunghaft zugenommen.
Den Recherchen des Magazins „Monitor“ zufolge würden viele Asylanträge mit einer fragwürdigen Begründung abgelehnt. So argumentiere das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dass Flüchtlinge in der Türkei „nicht konkret“ gefährdet seien. Verwiesen wird dabei auf eine Einschätzung des Auswärtigen Amtes (AA). Diese Einschätzung ist jedoch seit März 2017 nicht mehr aktualisiert worden.

Insbesondere die Behauptung, dass die Türkei „als Vertragsstaat der Europäischen Menschenrechtskonvention“ Folter und Misshandlungen unterbinde, „um den Beitritt zur EU nicht zu gefährden“, entspricht nach Äußerungen Erdogans nicht der gegenwärtigen Situation: Erdogan teilte in den vergangenen Monaten mehrfach öffentlich mit, dass er keinen Wert auf einen Beitritt zur EU legt.