Zahl der BewerberInnen für den freiwilligen Wehrdienst brechen ein.

Sechs Jahre nach dem Ende der Wehrpflicht für junge Männer wollen immer weniger Menschen freiwillig zur Bundeswehr und dort gegen Geld Wehrdienst leisten. Laut Angaben des Verteidigungsministeriums bewarben sich im laufenden Jahr bis Ende August 10.105 Frauen und Männer für den bewaffneten Dienst bei der Bundeswehr. Das entspricht einem Rückgang von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Den jährlich festgesetzten Mindestbedarf an freiwillig wehrdienstleistenden 8.500 Männern und Frauen habe man jedoch auch im Jahr 2017 gesichert, so das Ministerium gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa).

Hinzu kommt, dass 27 Prozent und damit mehr als jede/r vierte BewerberIn in der Probezeit, also in den ersten sechs Monaten, wieder aufhört. Dabei hat der freiwillige Wehrdienst nur eine Laufzeit zwischen 7–23 Monaten. Auch unter den, sich auf Jahre (und damit auch für Auslandseinsätze) verpflichtenden, Zeitsoldaten gibt es eine hohe Absprung-Rate von 18 Prozent in der Probezeit.

Eigentlich will die Bundeswehr die Anzahl der Soldaten deutlich aufstocken. Im vergangen Jahr hatte sie einen historischen Tiefststand von 166.500 Zeit- und Berufssoldaten erreicht. Zur Zeit hat sie knapp über 170.000 Zeit- und Berufssoldaten. Bis zum Jahr 2024 soll die Anzahl der Soldaten auf mindestens 198.000 Soldaten ansteigen, so das Ziel. Zum Vergleich: Ende 1990 hatte die Bundeswehr noch 585.000 Soldaten.

„Es ist eine höllenschwere Aufgabe, die Personalzahl nach oben zu biegen“, so der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD). „Man tut schon eine Menge mehr, aber es reicht offenbar noch nicht.“ Mit den Maßnahmen halte man gerade einmal den „ungenügenden Personalstand“, so der SPD-Politiker.

Ähnlich sieht es das Verteidigungsministerium: Qualifiziertes und motiviertes Personal zu gewinnen, bleibe vor dem Hintergrund des demografisches Wandels eine große Herausforderung, sagte eine Sprecherin des Ministeriums gegenüber der dpa.