In der Volksrepublik China wurde der Blogger und Aktivist Wu Gan wegen „Subversion“ zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Am Dienstag wurde der Regierungskritiker Wu Gan von einem Gericht in der Hafenstadt Tianjin zu acht Jahren Haft verurteilt, wie die New York Times berichtet. Zudem werden ihm für fünf Jahre seine politischen Rechte entzogen. Der Aktivist wird der Untergrabung der staatlichen Ordnung und Unruhestiftung bezichtigt. Das Gericht betrachtet seine Methoden als Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und der gesellschaftlichen Stabilität.

In der Vergangenheit organisierte Wu Gan Proteste vor Gerichten und Regierungsgebäuden, um auf den Machtmissbrauch durch Regierungsvertreter und Staatsbeamte hinzuweisen. So verteidigte er eine Hotelangestellte, die sich gegen einen übergriffigen Bezirksvertreter gewehrt und diesen dabei verletzt hatte.

Als Blogger wurde er im Internet unter dem vielsagenden Pseudonym „Butcher“ („Metzger“) bekannt. Aufmerksamkeit erhielt er mittels kreativer Protestformen: T-Shirts mit Aufdrucken, Protestschilder und darstellende Kunst gehörten ebenso wie Online-Artikel zu seinem politischen Arsenal. Unter anderem veröffentlichte er drei kurze Handbücher für politische Aktivisten und Regierungskritiker mit den merkwürdigen Titeln: „Handbuch für Schweineschlachter“, „Handbuch des Teetrinkens“ und „Handbuch fürs Schweineschlachten bei Petitionen“. Bitterer Humor und Satire sind fester Bestandteil des Protests von Wu Gan.

Obwohl Wu Gan sich mehrfach öffentlich für friedlichen Protest im Rahmen der geltenden Gesetze ausgesprochen hatte, wurde ihm für seine Aktivitäten der Prozess gemacht. Wu Gan widersprach bis zuletzt den Anschuldigungen und erklärte: „Ihre Anschuldigungen gegen mich sind jetzt öffentlich. Ich habe nicht mehr gemacht als ein paar Reden zu halten, drei Bücher zu schreiben, unschuldigen Opfern von Unrecht moralische Unterstützung zu gewähren, die Untaten und kriminellen Tätigkeiten der Regierung und Amtsträger aufzudecken und meine Ideen durch performative Kunst auszudrücken. All das ist bloß die Wahrnehmung meiner legitimen Rechte als Bürger. Diese Bürgerrechte sollten von uns allen verteidigt werden.“

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