Zahl hat sich innerhalb eines Jahres verdreifacht.

Sie werden wegen rechter, politisch motivierter Straftaten gesucht und sind untergetaucht: bis Ende September registrierte die Polizei diesbezüglich bundesweit 640 Fahndungen nach 501 Personen. Hinzu kommen noch acht Haftbefehle ausländischer Behörden. Damit hat sich die Zahl der untergetauchten Faschisten innerhalb eines Jahres verdreifacht. 2016 waren noch 207 Haftbefehle gegen 161 Rechtsextremisten offen. Das hat eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke (Linke) ergeben.

Von den 501 Faschisten werden 114 wegen mindestens einer Gewalttat gesucht. Gegen zehn Personen liegen sogar mehrere Haftbefehle vor. Die Statistik zeichnet solche Haftbefehle seit 2008 auf. Damals waren am Jahresende lediglich zwei offen, sie betrafen auch nur 2 untergetauchte Rechtsextremisten. 2017 hingegen sind die Zahlen explodiert: 441 Haftbefehle gegen 340 Rechtsextreme sind allein von Januar bis September hinzugekommen.

Wo leben diese Faschisten, was tun sie, worauf bereiten sie sich vor, wer sind ihre Helfer, wie sind sie organisiert? Ulla Jelpke kommentiert die Zahlen nicht ohne traurigem Zynismus: „Wie wäre die öffentliche Reaktion im Land, wenn es sich um Haftbefehle gegen Islamisten, teilweise aufgrund islamistischer Gewalt, handeln würde?“