Naki geht von türkischem Geheimdienst oder türkischen Faschisten als Täter aus.

Am Sonntagabend wurde der deutsch-kurdische Fußballspieler Deniz Naki auf der A4 in seinem Auto aus einem schwarzen Kombi heraus beschossen. Zwei Projektile haben die linke Seite seines Wagens durchschlagen. Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Die Polizei bestätigt den Vorfall, gibt jedoch keine weitere Auskunft über Einzelheiten.

Der Fußballspieler selbst geht von einem politischen Hintergrund aus. Gegenüber dem Portal „Bento“ äußerte er: „Ich bin in der Türkei eine laufende Zielscheibe, weil ich mich pro-kurdisch äußere.“ Im April 2017 wurde Naki wegen vermeintlicher „Terrorpropaganda“ für die linke kurdische Partei PKK in der Türkei zu einer 18-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt.

Der 28-jährige selbst vermutet hinter dem Anschlag entweder einen Agenten der türkischen Regierung oder anders organisierter faschistischer Türken. Zuletzt hatte Garo Paylan, Abgeordneter der linken Oppositionspartei HDP, über eine Todesliste gesprochen, die der türkische Geheimdienst über Exil-Oppositionelle führe.

Deniz Naki spielt heute für den kurdischen Fußballverein „Amed SK“ aus Diyarbakir. Dieser tritt in der türkischen Dritten Liga an. Zuvor hatte er für den „FC St. Pauli“ wie auch in der deutschen U21-Nationalmannschaft zusammen mit Mats Hummels und Jérôme Boateng gespielt.