Teilweise bewaffnete Kämpfe: Mindestens 30 Menschen bereits gestorben

Bereits seit einer Woche protestieren Tausende Menschen im Iran und Rojhilat (Ostkurdistan). Die Demonstrationen, welche als Proteste gegen hohe Lebensmittelpreise und Arbeitslosigkeit begonnen haben, entwickeln sich mehr und mehr zu Demonstrationen gegen die schiitisch-fundamentalistische Regierung. In verschiedenen Städten demonstrierten die Menschen unter Parolen wie „Tod der Diktatur”, „Chamenei ist ein Mörder”, „Arbeit, Brot, Freiheit” und „Die Zeit der Reformisten und Konservativen ist vorbei!”. Um die Ausbreitung der Proteste zu verhindern ist der Internetzugang im Land weiterhin eingeschränkt. Soziale Medien wie Facebook können überhaupt nicht genutzt werden.

Khamenei: Proteste von außen angestiftet

Der oberste religiösen Führers  des fundamentalistischen Staates Ayatollah Ali Khamenei bezeichnete die Proteste als „boshaften Feinden“ iniziiert, die von westlichen, östlichen und Reaktionären aus der Region gestützt würden: „Feinde des Iran haben sich zusammengeschlossen und nutzen verschiedene Mittel die sie besitzen, darunter Geld, Waffen, Politik und Geheimdienstliche Mittel um die islamische Republik unter Druck zu setzen.“. Außerungen von Präsident Trump scheinen dies zu bestätigen, in dem er in offensiver Weise für die Unterstützung der Proteste Twittert. Landesweit gingen gestern auch erstmals Pro-Regierungs-Demonstranten auf die Straße. Die Menschenmengen schwenkten iranische Flaggen und riefen „Wir geben das Blut in unseren Adern für unseren Führer“.

Bewaffnete Kämpfe

Mittlerweile wurden mindestens 500 Menschen festgenommen. Auch ist die Zahl der Toten weiter auf mindestens 30 gestiegen. So wurden unter anderem sechs Demonstranten erschossen, als sie in der Provinz Isfahan rund 350 Kilometer von Teheran entfernt eine Polizeistation attackierten. Ziel war es möglicherweise Waffen zu erbeuten. Am Montag war außerdem in der Stadt Najafabad mit einem Jagdgewehr ein Polizist erschossen worden. Berichten alleine in der Nacht vom 2 auf den 3. Januar 30 Menschen durch iranische Polizeikräfte exekutiert hohen Lebenshaltungskosten.

Vor allem die Jugend beteiligt sich

Eine Analystin des amerikanischen Think-Thanks Stratfor sprach davon, dass sich vor allem aus „Jugendliche aus der Arbeiterklasse“ an den Protesten beteiligen. So waren am Dienstag den 2. Januar auch alle Schulen geschlossen. Die Jugendarbeitslosigikeit liegt im Iran bei rund 30%. Laut ihrer Einschätzung müsste sich der Protest aber noch mehr auf andere Klassen und Altersgruppen ausweiten um zu einer wirklichen Bedrohung für das iranische Regime zu werden.