Wird jetzt Osteuropa zu Deutschlands Müllhalde?

Seit Anfang des Jahres hat China die Einfuhr von 24 Müll-Sorten gestoppt, darunter unsortierte und gemischte Kunststoffabfälle, unsortiertes Altpapier, verschiedene Textilabfälle sowie einige Schlacken aus der Eisen- und Stahlherstellung. Die offizielle Begründung: man wolle damit die Umwelt und Gesundheit Chinas stützen. Ein Problem für die EU – die Mitgliedsstaaten exportierten 87 Prozent aller Plastikabfälle nach China. Damit ist nun Schluss.

Ein Problem für die BRD

Zwar werden in Deutschland besonders Papier und Glas klar getrennt, weniger jedoch die Kunststoffabfälle. Dies wurde meist den Chinesen überlassen. Deutschland schickte jährlich rund 760.000 Tonnen Kunststoffabfälle nach China, vor allem alte Plastikflaschen – das entsprach rund einem Drittel des gesamten EU-Plastik-Exports. Dort sollten sie sortiert und dann wiederverwertet werden. Doch was passiert mit den Materialen, bei denen das nicht möglich ist? Der Müll wird schließlich doch verbrannt, landet in Flüssen oder auf Äckern und letztendlich in Nahrungsmitteln. Und der Schaden an der Gesundheit? Ein Risiko, das ebenfalls bisher nach China exportiert wurde.

Wohin mit dem Müll?

Muss sich also Deutschland nun um den eigenen Müll kümmern? Die Müllverbrennungsanlagen sind ausgelastet, die Deponierung setzt schädliche Klimagase frei. Die Industrie will die teuren voll-recyclebaren Plastike noch nicht einsetzen. Hennig Wilts, Experte für Kreislaufwirtschaft am „Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie“ (WI) geht laut der Welt von einem anderen Szenario aus: Ein Großteil werde nach Polen, Rumänien oder Bulgarien gehen und dort deponiert werden.  „Der Müll sucht sich immer das billigste Loch. Und solange die Löcher in Südosteuropa nicht gestopft werden, wird es einen Sog geben“, so Wilts.