Das Milliardengeschäft mit landwirtschaftlichen Produkten ist auch ein Geschäft mit dem Hunger.

Der Handel mit landwirtschaftlichen Rohstoffen ist ein Milliardengeschäft. Lebensmittel werden immer gebraucht, mit einer wachsenden Weltbevölkerung steigt auch die Nachfrage. Derzeit sind die bedeutendsten Waren auf dem Markt für landwirtschaftliche Produkte Weizen, Mais und Soja. Sie sind verhältnismäßig günstig im Anbau und vielfältig weiterzuverarbeiten. Seit Jahrzehnten dominieren vier Konzerne, die „ABCD“, den Handel dieser Waren: „Archer Daniels Midland“ (ADM), „Bunge“, „Cargill“ und die „Louis Dreyfus Company“, die ersten drei sind US-amerikanische Unternehmen. Nun macht Chinas größter Lebensmittelproduzent, „Cofco“ (China National Cereals, Oils and Foodstuffs Corporation) den traditionellen Marktführern Konkurrenz.

Handel und Spekulation mit Lebensmitteln als lukratives Geschäft

Der Konzern-Atlas der Heinrich-Böll-Stiftung beschreibt die Entwicklungen, die in der Industrie rund um Agrarproduktion stattfinden. Aus dort veröffentlichten Zahlen geht hervor: Der gemeinsame Umsatz der 5 Konzerne beträgt rund 351 Milliarden Euro jährlich. Die ABCD expandieren ständig, dem zweitgrößten Konzern (Archer Daniels Midland) gehört Europas größter Ölverarbeitungskomplex mit Sitz in Hamburg.

Die hohen Gewinne werden dabei vor allem durch die Größe der Konzerne selbst ermöglicht: Sie erlaubt, sehr frühzeitig und flexibel auf Preisschwankungen zu reagieren. Während die Ernteknappheit 2012 vor allem in westafrikanischen Ländern Hunger verursachte, konnte Cargill zuvor geschlossene Verträge gewinnbringend an der Börse verkaufen und vergrößerte dadurch die Not der Landwirte nur noch mehr.

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