Die Bekleidungskette schließt vorübergehend ihre Läden im gesamten Land.

Sie warfen Schaufensterpuppen und Kleiderständer um, rissen die Diebstahltore an den Eingängen aus ihren Verankerungen: Am Samstag wurden bei Protesten der linken Organisation „Economic Freedom Fighters“ (EFF) in der Provinz Gauteng sechs Läden der Modekette „H&M“ attackiert. Bei einem der H&M-Läden feuerte die südafrikanische Polizei Gummigeschosse ab, um die DemonstrantInnen auseinander zu treiben, wie die Polizei mitteilte.

Rassistischer Pulli als Auslöser

Auslöser der Proteste war ein Kleidungsstück der Modekette H&M, bei der ein schwarzes Kind mit einem Kapuzenpullover zu sehen ist. Auf dem steht: „Coolest Monkey in the Jungle“ („Coolster Affe im Dschungel“). Am 8. Januar hatte die Kette den Hoodie aus dem Sortiment genommen und sich später öffentlich entschuldigt.

Dazu ein Sprecher der EFF, welche die Anti-Rassismus-Proteste organisierte: „Die Zeit der Entschuldigung für Rassismus ist vorbei. Es muss Konsequenzen für Rassismus geben, Punkt“. Die EFF bekräftigte außerdem, dass es keine Plünderungen oder Diebstahl gegeben habe, wie ihr von Medien, unter anderem der tagesschau.de, vorgeworfen wurde.

Wer sind die „EFF“?

Die „Economic Freedom Fighters“ sehen sich selbst als eine „marxistisch-leninistische, `fanonistische ‚ und ökonomische Befreiungsbewegung, die für die ökonomischen Rechte aller Afrikaner“ kämpft.

Talfahrt bei H&M geht weiter

Die öffentliche negative Aufmerksamkeit ist für die schwedische Modekette ein Problem. Im März 2015 stand die Aktie mit 39,19 Euro noch auf Rekordhoch. Innerhalb von nicht einmal drei Jahren stürzte sie um fast 60 Prozent ab. Heute liegt der Kurs nur noch bei rund 16 Euro.