Bundesregierung will Maßnahmen gegen schlechte Luft testen

In Deutschland herrscht in vielen Städten dicke Luft, die Europäische Komission prüft deshalb bereits eine Klage gegen den Staat. Die Bundesregierung will nun gegensteuern. Eine Idee ist kostenloser Nahverkehr. Schon bald könnte der Testlauf beginnen.

Tests in fünf Städten

Wie das Magazin Politio berichtet, sind Tests zur Verbesserung der Luft in Bonn, Essen, Herrenberg (Baden-Württemberg), Reutlingen und Mannheim geplant. Kostenloser Nahverkehr soll dabei helfen die Zahl privater Fahrzeuge zu verringern. Des weiteren sollen die Städte auch dabei Unterstüzt werden Fahrverbote in kleinen Bereichen für PKW’s und Schwerlastverkehr auszusprechen. Außerdem sollen finanzielle Anreize für die Flottenerneuerung von Firmen geschaffen werden.

Finanzierung zu teuer?

Momentan finanzieren sich die Verkehrsbetriebe mit rund zwölf Milliarden Euro zur Hälfte aus dem Ticketverkauf. „Das müsste am Ende der Steuerzahler finanzieren“, so der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. Auch rechnet er mit einem enormen Fahrgastzuwachs bei einem kostenlosen Angebot.

Kein Knast für Schwarzfahrer

Dabei könnte ein öffentlicher Nahverkehr nicht nur besser Luft bedeutet sondern auch ein anderes gesellschaftliches Problem im Handumdrehen lösen. Bundesweit sitzen etwa 5.000 Menschen wegen einer sogenannten „Ersatzfreiheitsstrafe“ im Gefängnis, die meisten seien verurteilte Schwarzfahrer. Der Gefängnis-Aufenhalt kostet den Steuerzahler 133 Euro am Tag. Fallen diese Weg würden allein dadurch 250 Millionen € jährlich frei.