Der Anstieg des Meeresspiegels nimmt deutlich an Fahrt auf.

Eine am Montag veröffentlichte neue Studie zum Anstieg des weltweiten Meeresspiegels zeigt eine deutliche Tendenz zur raschen Zunahme der Steigerungsraten des Pegels.

Wie Steve Nerem von der Universität von Colorado in Boulder (USA) in einem Fachartikel eines US-amerikanischen Wissenschaftsmagazin bekannt gab, kam er gemeinsam mit weiteren KollegInnen auf dieses Ergebnis. Dabei hat Nerem mit seinem Team die Satellitendaten zur Messung der Meeresspiegel seit den 1990er Jahren ausgewertet und ihre Veränderung verglichen.

Nerem geht demnach von einem aktuellen Anstieg des Meeresspiegels von 3 Millimeter pro Jahr aus. Zudem hat er festgestellt, dass die Steigerungsrate in einer exponentiellen Kurve zunimmt. So werden wir in 10 Jahren vermutlich einen jährlichen Anstieg von 4 Millimetern und in 100 Jahren von mehr als einem Zentimeter pro Jahr haben.

Bis zum Ende des Jahrhunderts, im Jahre 2100, rechnen die Forscher mit einem sicheren Anstieg des weltweiten Meeresspiegels von mindestens 65 Zentimetern. Bisher war man von rund 30 Zentimetern ausgegangen. Auch ein nochmals deutlich höherer Anstieg um 80-100 Zentimeter sei möglich, wenn sich der Eisschwund etwa auf Grönland und in der Antarktis weiter verschnellere, ebenso wie die globale Erderwärmung.

Deutscher Forscher warnen zudem, dass bei solchen Ergebnissen bereits Teile deutscher Inseln in der Nordsee und Teile der Niederlande nicht mehr zu retten und Verluste von Landteilen nicht mehr aufzuhalten seien (Link).

In den Berechnungen haben die Forscher zudem alle Stark- und Extremwetterereignisse herausgerechnet. Bei Fluten, Stürmen etc. hat der Anstieg des Meeresspiegels nochmals eine deutlich stärkere negative Auswirkung.