Umweltverschmutzung führt zu tausendfachen Herz-Kreislauferkrankungen.

Man sieht es nicht, aber es ist tödlich: das Stickstoffdioxid. In eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA), die dem ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ vorliegt, wurde nun erstmals für ganz Deutschland untersucht, welche gesundheitlichen Schäden durch Stickstoffdioxid verursacht werden können. Der Befund ist alarmierend.

Tausende vorzeitige Todesfälle

Die ForscherInnen kommen zum Ergebnis, dass selbst niedrige Konzentrationen von Stickstoffdioxid tödlich sein können. So treten vorzeitige Todesfälle bereits ab einer längeren Stickstoffdioxid-Konzentration von rund 10 µg / m³ Luft auf. Selbst auf dem Land wird dieser Wert oft überschritten, gesetzlich gilt ein Jahresmittel-Grenzwert von 40 µg / m³.

In dauerhafter und hoher Konzentration greift Stickstoffdioxid die Lungenfunktion an, was letztendlich zu chronischen Herz-Kreislauferkrankungen führen kann. 6.000 bis 8.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr seien allein auf Herzkreislauferkrankungen zurück zu führen. Durch NO2 können des weiteren Schlaganfälle, Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD, sowie auch Diabetes ausgelöst oder verschlimmert werden – weitere tausende Todesfälle könnten laut den Forschern hinzukommen.

Die Studie wurde bereits Ende Mai 2017 fertig gestellt – bisher aber nicht veröffentlicht. Auf Nachfrage vom ARD-Magazin erklärte ein Sprecher des Umweltbundesamtes, dass es noch keinen Termin für die öffentliche Vorstellung der Studie gebe.

Was sind Stickstoffoxide?

Dabei handelt es sich um zwei gasförmige Verbindungen, die beide zusammen als NOX abgekürzt werden. Sie kommen in der Natur kaum vor, sondern entstehen immer dann, wenn fossile Energieträger – wie Kohle, Öl oder Gas – verbrannt werden, etwa in Schiffs- oder Automotoren. Sie werden also vom Menschen hervorgebracht. In den Städten sind – außer der Industrieanlagen – Dieselfahrzeuge die Hauptquelle für NOX, ihre Motoren stoßen mehr Stickoxide aus als Benziner.