Neue Datenbank soll Aufschlag für die Zusammenführung zu einer zentralen europäischen Personendatenbank sein.

Nach zweijähriger Testphase wurde vorgestern ein automatisches System zur Identifizierung von Personen allein mit ihrem Fingerabdruck bei der EU in Betrieb genommen. Das System mit dem Namen „Automatic Fingerprint Identification System“ (AFIS) ist ab sofort beispielsweise im Rahmen von Polizeikontrollen einsetzbar. AFIS ist Teil des Schengener Informationssystems (SIS II) in dem vor allem europäische Haftbefehle, sowie Ein- und Ausreisesperren gespeichert und verteilt werden.

Derzeit ist der Bestand von Fingerabdrücken im SIS II mit 97.000 vergleichbar gering, dies dürfte sich jedoch mit der neuen AFIS-Datenbank und seiner Funktionalität, auch bei mobilen Kontrollen abgefragt zu werden und neue Datensätze einfacher eingespeichert werden können.

Allein Deutschland könnte über 3,2 Millionen beim Bundeskriminalamt (BKA) geführte Datensätze mit Fingerabdrücken und Identitäten in die neue AFIS-Datenbank einpflegen. Hinzu könnten 4,5 Millionen Datensätze von Flüchtlingen aus der EURODAC- Datei und rund 20 Millionen aus dem Schengen Visumssystem (VIS) kommen. Auch Interpol und Europol führen eigene Datenbanken, welche mit der neuen AFIS-Datenbank verknüpft werden könnten.

Wann solch eine mögliche Zusammenführung zu einer europäischen „Superdatenbank“ vollzogen wird, ist bisher noch unklar. Die Europäische Kommission plant jedoch bereits ein „Europäisches Suchportal“ auf das alle europäischen Polizeien zugreifen können. Dabei soll es auch um ein gemeinsames System zum Abgleich bio-metrischer Daten, einen gemeinsamen Speicher für Identitäten und einen „multiple-identity Detektor“ gehen (Link).

Später könnte kann noch das ebenfalls bereits geplante zentrale europäische Ein- und Ausreiseregister hinzu kommen.