Interne Daten des Außen- und Verteidigungsministeriums kopiert und Schadsoftware eingeschleust

Gestern berichtete die Deutsche Presseagentur (dpa) von einem großangelegten Hackerangriff auf die interne Kommunikation der deutschen Bundesverwaltung. Das als besonders sicher eingestufte Datennetzwerk des Bundes und der deutschen Sicherheitsbehörden sei vermutlich über ein ganzes Jahr hinweg angegriffen und ausgespäht worden (Link).

Die Angreifer sollen dabei nicht nur Daten kopiert, sondern auch Schadsoftware in dem Hochsicherheitsnetz installiert haben. Laut dpa sei der Angriff im Dezember von deutschen Sicherheitsbehörden erkannt worden und werde derzeit durch das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die deutschen Nachrichtendienste, wie das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und den Bundesnachrichtendienst (BND) untersucht.

Bei dem angegriffenen Netzwerk handelt es sich um das Datennetz „Informationsverbund Berlin-Bonn“ (IVBB), das ein besonders geschützter und vom öffentlichen Netzwerk getrennter Bereich des Internets in Deutschland ist. Über dieses Datennetz tauschen sich vor allem Regierung, Ministerien und Sicherheitsbehörden untereinander aus. Einige Sicherheitsexperten sprachen gestern bereits von einem „Super-Gau“ – also der größtmöglichen Katastrophe.

Sandro Gaycken, Sicherheitsexperte und Direktor des „Digital Society Institute Berlin“ (DSI) und Berater der Bundesregierung und der NATO beim Thema Cybersicherheit, kritisierte gegenüber den Tagesthemen, dass die Netze der Bundesverwaltung kaum mehr Sicherheit böten als öffentliche Netzwerke. Laut Gaycken könne man gar keine Systeme, welche mit dem Internet verbunden sind, dauerhaft gegen Angriffe und Eindringlinge absichern (Link).