Eon will RWEs Ökostrom-Tochter Innogy übernehmen – was heißt das für Beschäftigte und KonsumentInnen?

E.ON, RWE, EnBW, Vattenfall – sie sind die „großen Vier“, Herrscher über den Strom, der in unsere Wohnungen kommt. Nun haben sich zwei dieser Giganten den Markt mit einem spektakulären Deal neu unter sich aufgeteilt.  So will der Konzern E.ON die Ököstrom-Tochter „Innogy“ des Konkurrenten RWE vollständig übernehmen. Im Gegenzug erhält RWE zahlreiche Aktivitäten – und sogar eine hohe Beteiligung an E.ON. Das Unternehmen Innogy soll zerschlagen und in E.ON integriert werden.

Grundlegende Neuordnung der Energiewirtschaft

Es handelt sich dabei um eine spektakuläre Neuordnung der Energiewirtschaft. So will sich E.ON in Zukunft auf die Sparten Strombetrieb und Stromnetze konzentrieren. Das Unternehmen würde bei der Zerschlagung vor allem Innogys Strom-Verteilnetz übernehmen, das derzeit fast drei Viertel der Gewinne beiträgt. Somit wird der Konzern rund 45 Millionen Kunden versorgen, die er mit Dienstleistungen und weiteren digitalen Produkten beliefern kann. Er wird zum gigantischen Monopolisten bei der Beherrschung des Stromnetzes.

RWE will derweil zur führenden Kraft bei der Ökoenergie werden. Der Innogy-Konzern war von RWE erst vor zwei Jahren gegründet worden, um im Rahmen der „Energiewende“ mehr Ökostrom zu produzieren. Dies soll nun in Zukunft wieder direkt unter dem Dach von RWE weitergeführt werden. Darüber hinaus erhält das bisherige E.ON-Geschäft mit dem Ökostrom. Somit würde RWE mit einem umfangreichen Portfolio aus Atom, Kohle, Wind und Solar-Energie zu einem noch größerem Monopolisten bei der Stromerzeugung.

Die Zustimmung der Aufsichtsräte gilt bereits als gesichert

Was heißt das für Beschäftigte?

Die RWE-Tochter Innogy hat mit über 44.000 MitarbeiterInnen fast doppelt so viele Beschäftigte wie der Mutterkonzern RWE. Der Chef der Dortmunder Stadtwerke macht sich bereits „Sorgen um die Standorte und Mitarbeiter.“ Die NRW-Landesregierung befürwortete derweil den Deal, das Bundeswirtschaftsministerium wollte sich nicht äußern.

Was heißt das für KonsumentInnen?

Bei dem Deal teilen sich die Großkonzerne den Markt mit dem Strom wie Feldherren unter sich neu auf und überlassen sich ein jeweils anderes Feld. Dies führt zu noch größerer Konzernmacht sowohl bei der Stromerzeugung als auch bei der Stromverteilung. Bereits bestehende Monopolpreise könnten nun noch leichter von jeweils einem Konzern festgelegt werden. Dennoch sei zum Beispiel laut Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW die Konkurrenz auf der Strommarkt groß, sodass für Endkunden kein Problem bestünde. Im Gegensatz dazu warnt der Ökostrom-Anbieter Lichtblick davor, dass der Zusammenschluss „auf Dauer zu höheren Strompreisen für die Verbraucher führen“ könne.