BewohnerInnen haben als Roma keinen Zugang zu Notunterkünften –  sie mussten im Freien übernachten.

Hütten, Kühlschrank, Öfen, Ostergeschenke – alles wurde bei der Räumung des Obdachlosen-Camps in Düsseldorf-Oberbilk nahe einer Zustrecke vernichtet. Acht Roma aus Rumänien hatten sich dort eine notdürftige Unterkunft aufgebaut. Doch die Deutsche Bahn – der das Grundstück gehört – ließ am Dienstagmorgen auf Geheiß der Stadt Düsseldorf die Bagger und Bundespolizei anrücken.

Auf die Bitte eines Camp-Bewohners, wenigstens Kleidung und Lebensmittel retten zu dürfen, wurde laut dem Obdachlosenmagazin „fiftyfifty“ nicht reagiert, ihm wurde der Zugang zum Gelände verwehrt. Die DB Immobilien sicherte noch im Herbst letzten Jahres zu, dass sie fiftyfifty informieren würden, sobald die Räumung bevorstehen würde. Doch nun kam die Räumung unerwartet und trifft die BewohnerInnen, die nun im Dauerregen vor dem Nichts stehen, besonders hart.

Selbst die Lebensmittel fehlen, da auch sie wie beschrieben entsorgt wurden. Weiterhin wurden auch sämtliche Geschenke, die die BewohnerInnen für ihre Kinder zum Osterfest gekauft hatten, mit den anderen Sachen als Müll entsorgt.

Kein Platz für RumänInnen

Problematisch an dieser Situation ist unter anderem, dass die Roma als EU-BürgerInnen noch nicht einmal Obdach in einer der städtischen Notunterkünfte finden, da ihnen der Zugang im Sommer seit dem 26. März auf kommunaler Ebene verwehrt wurde.

Die Unterbringung dort ist für Menschen aus anderen Ländern nur dann möglich, wenn akute Gefahr droht – etwa durch niedrige Temperaturen. Die einzige andere Hilfe, die ihnen im deutschen Sozialsystem sonst noch angeboten wird, so heißt es aus Behördenkreisen, ist die Rückführung ins Heimatland. Das heißt: Wenn die Rumäninnen nicht genug Geld für eine Miete verdienen, müssen sie zurück nach Rumänien – oder auf der Straße schlafen.

Somit blieb den BewohnerInnen nichts anderes übrig, als die erste Nacht nach der Räumung am Düsseldorfer Hauptbahnhof zu verbringen. Um den Menschen wenigstens eine trockene Übernachtungsmöglichkeit zu bieten, erhielten sie von fiftyfifty Zelte, Schlafsäcke und Iso-Matten.

Keine Menschlichkeit

Bereits im November hatte die Polizei einmal schon alle Hütten zerstört. Auch jetzt habe man laut Bahnsprecherin Kirsten Verbeek neben den Auflagen der Stadt „auch auf zahlreiche Beschwerden von Anwohnern reagieren müssen.“

Das „Solidaritätsnetzwerk Düsseldorf“ erklärte dazu: „Wieder einmal zeigt sich auf besonders grausame Art und Weise, dass von Konzernen und Staat weder Menschlichkeit noch Hilfe zu erwarten sind. Die Deutsche Bahn zerstört den ohnehin schon notdürftigen Lebensraum armer Menschen, die sich aufgrund horrender Mieten in Düsseldorf keine Wohnung leisten können, und die staatlichen Institutionen verlassen sich bei der Versorgung der so neugeschaffenen Wohnungslosen auf die Initiative von Privatleuten. Erneut wird deutlich: Wahre Hilfe kann nur Selbsthilfe sein! Unsere Solidarität mit den Geräumten und den aktiven Menschen von fiftyfifty!“

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