Schulen aller konfessionellen Träger sollen in staatliche Hand kommen – zum Schutz demokratischer Werte

Die Sozialdemokratische Regierungspartei hat es zu ihrem Ziel erklärt, alle Schulen mit religiösen Trägern in staatliche umzuwandeln.  In Schweden finanzieren Bildungsgutscheine den Besuch jeder Schule, auch von Schulen, die katholische oder islamische Träger haben. Nun lautet die Forderung der Bildungsministerin: „In unseren Schulen sollten Lehrer und Direktoren die Entscheidungen treffen, nicht Priester und Imame“. Grund sind Vorwürfe, dass in einigen Bildungsstätten der Unterrichtsinhalt durch religiöse Einflüsse derart beeinflusst worden sei, dass SchülerInnen minderheitenfeindlich und antidemokratisch geprägt wurden.

Situation bisher

Schwedens konfessionelle Schulen sind oft sehr traditionsreich, seit den 1990er Jahren sind ihre Zahlen aber rückläufig.  Dennoch erfreuen sich die Schulen privater, also auch religiöser Träger, großer Beliebtheit, denn ähnlich wie in Deutschland macht sich das größere Budget bemerkbar. Eine ersatzlose Streichung dieser Bildungseinrichtungen ohne zusätzliche Investitionen in das schwedische Bildungssystem stößt auf heftige Kritik seitens schwedischer BürgerInnen. Insgesamt wären von der Reform 71 Schulen betroffen, davon 11 islamische, eine jüdische, die 59 übrigen sind christliche.

Schuldzuweisung zwischen Konfessionen

Die Direktorin der Notre-Dame-Schule in Göteborg, Paddy Maguire, erklärte öffentlich, dass die Kritik sich lediglich auf islamische Schulen beziehen könne. Dass nun die Konsequenzen auch christliche Schulen treffen sollen, nennt sie eine Schwäche der Sozialdemokraten. Dabei machte Karl-Erik Lundin, Rektor der christlichen Schule Oasen in Sundsvall, Schlagzeilen mit einem Radiointerview: „Bei einem meiner früheren Studienkameraden verschwand die Homosexualität, nachdem er gebetet hatte. Mein Gottesglauben sagt mir eben, dass Gott mich in jedem beliebigen Bereich verändern kann.“ Diese Geschichte habe er auch seinen SchülerInnen berichtet – de facto gibt es also christliche Schulen, die lehren, dass Homosexualität heilbar sei.

Aufgrund der heftigen Kritik seitens der katholischen Kirche ebenso wie durch BürgerInnen gibt es bereits zahlreiche Gegenvorschläge – diese reichen von der Abschaffung aller Schulen privater Träger (also einschließlich Waldorf- und Montessorischulen) bis zu einer lediglich stärkeren Kontrolle der Unterrichtsinhalte durch staatliche Stellen.

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