Beitrag von Krankenschwester an Jens Spahn bei Facebook fast 70.000 mal geteilt

In deutschen Krankenhäusern fehlen 162.000 Stellen, davon 70.000 in der Pflege.  Auf eine Pflegekraft kommen 10,3 Patienten, in der Schweiz sind es nur 5,5. Die Fachkrankenschwester Jana Langer hat nun einen offenen Brief an den neuen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gesendet, um ihrem „Ärger erstmal Luft zu machen“. Darin äußert sie scharfe Kritik an dem Gesundheitssystem sowie dem Minister selbst. Dieser Brief ging nun auf Facebook viral – fast 70.000 Mal wurde er dort von anderen Nutzern geteilt.

„Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Amt, in das Sie, wie auch immer, berufen wurden. Wenn ich eine neue Arbeitsstelle antrete, muss ich entsprechende Qualifikationen vorweisen, ansonsten arbeite ich unterbezahlt als Hilfskraft ohne entsprechende Anerkennung“, so beginnt Frau Lange ihren Brief. Nach dem sarkastischen Anfang geht die Fachkrankenschwester darauf ein, dass am Leid kranker Menschen Geld verdienen zu wollen, verwerflich sei.

Sie erklärt, dass Pflege ein harter, verantwortungsvoller Beruf sei. „Warum ist es nötig, mit Krankheit horrendes Geld zu verdienen? Warum werden die Privatisierungen immer mehr vorangetrieben? Nutznießer in diesem System sind Aktionäre und Einrichtungsleiter, weder Patienten noch Heimbewohner profitieren von dieser Politik.“

Sie stellt die Reformen der letzten Jahre in Frage und nennt sie nach innen brüchig und nicht umsetzbar. Sie beschreibt die Situation der Pflege als menschenunwürdig. Es wird klar, dass sie eine Veränderung fordert und nicht glaubt, dass Herr Spahn diese Veränderung bewerkstelligen kann.

Spahn war in den letzten Wochen in den Medien verschiedentlich aufgefallen: So verteidigte er das private Krankenversicherungssystem, da, wenn alle lange warten müssten, auch keinem geholfen sei. Auch sagt er in einer anderen Diskussion, dass der Hartz IV-Satz von 419 Euro im Monat keine Armut bedeute.

In der Folge schlugen ihm zwei verschiedene Frauen in zwei verschiedenen Diskussionsrunden bei „Hart aber Fair“ vor, sich einmal die Realität anzuschauen. Die überfüllte Notaufnahme in einem Krankenhaus, da die Menschen zu lange auf einen Facharzt warten müssen, und nur  einmal einen Monat von 419 Euro zu leben.

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